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Re: Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

BeitragVerfasst: 18.07.2021 10:08
von Engelchen
Das kommt wohl ganz stark auf den Inhalt der Lüge an. Ist der Inhalt für mich positiv, würde ich mir wünschen, dass es keine Lüge sei. Ist der Inhalt der Aussage für mich allerdings negativ, dann wünsche ich mir ganz stark, dass es doch eine Lüge ist.
Als triviales Beispiel mal diese beiden, als Lügen in die Welt gesetzten Aussagen:
1. Ab morgen werden die Preise für ... halbiert.
2. Ab morgen werden die Preise für ... verdoppelt.

Alle bisher gemachten Vorschläge:
Lösung oder Tipp: Anzeigen
Rätsel - Tod - Fehler - taube Ähre - Falschgeld - Spiegelbild - Geheimnis - Schein - Unrecht - Irrtum - Ich - Lüge

Nochmal der Rätseltext zum Überprüfen der Vorschläge:

Wem ich verdanke das Sein,
dem bin ich doch nie,
was ich sein soll.

Wer mich nun wahrnimmt,
will, dass ich nicht sei,
was ich bin.

Re: Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

BeitragVerfasst: 18.07.2021 11:27
von Otto
Ja, es gibt zwei Möglichkeiten. Aber die eine passt doch genau und das sollte ausreichen?!

Re: Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

BeitragVerfasst: 18.07.2021 12:52
von Suchender
Ich verstehe nicht ganz was an der Lösung: Lüge
so viel besser ist, als an anderen Vorschlägen.

Im detail:
Wem ich verdanke das Sein,
dem bin ich doch nie,
was ich sein soll.
d.h. dem Lügner (oder Erfinder der Lüge) ist die Lüge nicht was sie sein soll? (und was soll sie überhaupt sein?)

Re: Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

BeitragVerfasst: 18.07.2021 15:17
von Otto
ICH bin die Lüge
X ist der Lügner
Y nimmt MICH wahr
----------------------------
X sagt: »Ich bin reich«, obwohl X nicht reich ist
X verdanke ICH das Sein
X bin ich nie, was ich sein soll, nämlich reich. X ist ja nicht reich. Das gilt für jede Lüge.
----------------------------
Wer mich nun wahrnimmt, (= Y)
will, dass ich nicht sei,
was ich bin.
Y ist ein Gutmensch, er will nicht, dass ICH eine Lüge bin
----------------------------
Das ist eine Akzentverschiebung. Zunächst geht es um den Inhalt der Lüge, dann um die Lüge an sich. Wenn es Platen so gemeint hat, wäre es genial. Und erklärt auch, warum das Rätsel so schwer ist. Der schon erwähnte Bertrand Russell hat sich mit solchen Dingen intensiv auseinandergesetzt.

Re: Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

BeitragVerfasst: 18.07.2021 15:46
von Engelchen
Dann kommt Z - der ist kein Gutmensch, der ist ein Neider und der will, dass ICH eine Lüge ist! - was es ja auch ist!

Re: Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

BeitragVerfasst: 18.07.2021 18:33
von Otto
Ja, und? Aber für den Gutmensch ist es eine Lösung.