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Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

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Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

Beitragvon Engelchen » 03.03.2018 23:41

Rätselgedicht Nr. 86

von August Graf von Platen

Rätsel

Wem ich verdanke das Sein,
dem bin ich doch nie,
was ich sein soll.

Wer mich nun wahrnimmt,
will, dass ich nicht sei,
was ich bin.

Lösung unbekannt
zzz

Anmerkungen
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Das Rätsel? Der Tod? Der Fehler? Die taube Ähre?

Von Platen hat keine Lösung angegeben. Volker Schupp nennt »Die taube Ähre« als Lösung mit Fragezeichen. Die anderen Lösungsvorschläge stammen von unseren Lesern.


Von mir auch ein Lösungsvorschlag mit Fragezeichen:
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Falschgeld?
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Re: Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

Beitragvon Otto » 27.03.2018 13:49

Habe ich in die Liste der Lösungsvorschläge aufgenommen.
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Re: Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

Beitragvon Otto » 25.03.2019 11:07

Lösungsvorschlag von Kerstin (per Mail): Spiegelbild. Passt eigentlich sehr gut.
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Re: Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

Beitragvon Engelchen » 25.03.2019 17:52

Otto hat geschrieben:Lösungsvorschlag von Kerstin (per Mail): Spiegelbild. Passt eigentlich sehr gut.


Ich bräuchte eine Erklärung zu diesem Lösungsvorschlag.

Wem ich verdanke das Sein, ---> das Spiegelbild verdankt das Sein einem Spiegel (alternativ: einer glänzenden spiegelnden Oberfläche)
dem bin ich doch nie, was ich sein soll. ---> dem Spiegel ist das Spiegelbild nie, was es sein soll ???

Wer mich nun wahrnimmt,
will, dass ich nicht sei, was ich bin. ---> wer ein Spiegelbild wahrnimmt, will, dass es kein Spiegelbild sei ???
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Re: Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

Beitragvon Otto » 25.03.2019 18:53

Das Spiegelbild verdankt sein Sein dem, der vor ihm steht: mir. Das Spiegelbild ist nie, was es sein soll (ich bin mit meinen Spiegelbild nicht zufrieden). Wenn ich mein Spiegelbild sehe, will ich nicht so sein, wie ich bin.

(Wenn ich mein Spiegelbild sehe, sehe ich ein Teufelchen, dabei will ich doch so gerne ein Engelchen sein!)
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Re: Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

Beitragvon Engelchen » 25.03.2019 20:39

Nein, nein, nein! Ohne "Spiegel" kein Spiegelbild! Auch Bäume z.B. können sich im Wasser spiegeln. Und auch ihr eigenes Spiegelbild kann nur entstehen, wenn es eine "spiegelnde Fläche" gibt. ---> Alle Spiegelbilder verdanken ihr Sein einem Spiegel.

"Das Spiegelbild ist nie, was es sein soll" - Doch, es ist immer das, was es sein soll, eine wahrheitsgetreue Abbildung dessen, was sich vor dem Spiegel befindet.
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Re: Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

Beitragvon Otto » 25.03.2019 21:26

Ich verstehe nur noch Bahnhof. Wer behauptet, dass es ohne Spiegel ein Spiegelbild gibt? Ich nicht. Und "Spiegel" ist alles, was spiegelt, nicht unbedingt das, was im Badezimmer hängt.

Alle Spiegelbilder verdanken ihr Sein einem Spiegel -- auch, ja, aber auch ein Objekt, das sich spiegelt, ist unbedingt erforderlich. Sonst gibt es kein Spiegelbild. Die Lösung schließt die Notwendigkeit der Existenz eines Spiegels nicht aus.

Wem ich verdanke das sein, dem bin ich doch nie ... das "wem" muss wohl jemand mit Bewusstsein sein, kein Baum. Egal. Nochmals:

Wem [dem Mensch vor dem Spiegel] ich [das Spiegelbild] verdanke das Sein,
dem [dem Mensch vor dem Spiegel] bin ich doch nie,
was ich sein soll. [Der Mensch hat eine Vorstellung von sich selbst, die nie ganz zutrifft. Nase zu klein, Haut zu faltig, Haare zu dünn, irgendwas. NIE!]

Wer [der Mensch] mich [das Spiegelbild] nun wahrnimmt,
will, dass ich nicht sei,
was ich bin. [Der Mensch will nicht, dass das Bild, das er im Spiegel sieht, ihn darstellt, weil - siehe oben].

Abgesehen davon muss das ja nicht für alle Menschen und alle Spiegelbilder gelten, es reicht, wenn es für einen Menschen und ein Spiegelbild gilt.
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Re: Gedicht 0086 - Wem ich verdanke das Sein

Beitragvon Engelchen » 26.03.2019 01:14

Sorry, ich sehe es anders.
Wenn Spiegelbild die Lösung sein sollte, dann sollte sie für alle Spiegelbilder gelten und nicht nur für das Spiegelbild eines einzelnen Menschen, der mit seinem Äußeren unzufrieden ist.
Das "nie" in der zweiten Zeile ist doch schon nicht zutreffend.
"dem bin ich doch nie, was ich sein soll." - was sollte ich denn dann sein?
"Wer mich nun wahrnimmt," - ein Spiegelbild kann von mehreren gleichzeitig wahrgenommen werden und die wollen alle "dass es nicht sei, was es ist" ???

Und ganz nebenbei, ich bin mit meinem Spiegelbild zufrieden, auch und gerade weil es mir wahrheitsgetreu die kleinen Fältchen etc. widerspiegelt.
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