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Gedicht 6547 Zwei Silben, Freund, will ich mich ►gelöst◄

BeitragVerfasst: 01.01.2018 12:38
von Engelchen
Rätselgedicht Nr. 6547

von Ernst Thomas Theodor von Krieger

Scharade (1+1 Silben)

An meinen Freund Carl von Pulßky in Wien.

Zwei Silben, Freund, will ich mich nun bestreben,
Falls du gestimmt und guter Laune bist,
Dir hier als Rätsel freundlich aufzugeben,
Da ich es weiß, wie sehr dir's tuer ist;
Nun rate denn: fügst du zum letzten Zeichen
Der ersten Silbe nur ein einzig D,
Da fühlst du's kalt aus rauer Zone streichen,
Als Sturm und Frost mit Wirbelwind und Schnee;
Die Himmelsgegend macht es dir verkünden
Wo lieblich nie, vom Sonnenstrahl gelockt,
Sich Blumen hold als Freudenkränze winden
Und starr ein Teil der Elemente stockt.
Nimm weg das D und setz' das erste Zeichen
Des Alphabets an seine Stelle hin,
So kannst du bald zwei Silben dann erreichen,
Sie liegen schön in Thüringen darin;
Doch will das Wort ich dir noch leichter machen:
Sieh nur ins Buch der Länderkund' hinein,
Dort steh'n sie klar, die rätselhaften Sachen,
Als Pfarrdorf in der Grafschaft Hohenstein.

Die zweite Silb' bist du – doch nicht allein, mein Lieber!
Auch ich, dein Prinz und viele tausend noch;
Sie geh'n an dir durchs ganze Jahr vorüber,
Als Bettler, Mönche, Sesselträger, Koch,
Als Fischer, Handwerksburschen, Sekretäre,
Limoniehändler, Würstler und Barbier,
Als Gastwir, Meister mit dem Zwirn und Schere
Als Hofrat, Weber, Dichter und Portier;
In sehr viel tausend eigenen Gestalten
Sie überall, jedoch verschieden, walten.

Doch nimmst du streng in etwas engrem Sinne,
Das zweite Wort, so zeigt es stolz und frei,
Dass edles Blut ihm durch die Adern rinne,
Dass würdig es auch dieses Namens sei,
Dass kühnen Mut es in dem Herzen trage
Und seine Brust für Recht und Liebe schlage.

Das Ganze ist ein schöner deutscher Name,
Du sprichst gewiss gar oft ihn freundlich aus;
Nun! dass dein Mut im Raten nicht erlahme,
So künd' ich dir: er wohnt mit dir im Haus;
Im Geiste seh' nach eurem Freundschaftsbunde
Ich, wenn auch fern, mit stiller Freude hin,
Und sehn' mich oft in mancher trüben Stunde
In euren Kreis, nach dem so lieben Wien;
Nun wirst du wohl das Rätsel mir benennen,
Sag' ihm: dass fern von seines Treibens Welt,
Das Schicksal einen Menschen aufgestellt,
Der gerne möcht' das Rätsel selber kennen!

Ein Ansatz:
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Ich vermute, dass die erste Silbe "Nor" ist, mit "Nord" und "Nora" ---> Nohra
Zweite Silbe "Mann"? Aber welcher Norman(n) lebte in Wien? ---> Normann (Adelsgeschlecht)

Re: Gedicht 6547 Zwei Silben, Freund, will ich mich nun best

BeitragVerfasst: 03.01.2018 21:37
von Engelchen
Aus "Geographisch-Historisch-Statistisches Zeitungs-Lexicon" von 1806
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Nora - Domänenamt und Pfarrdorf in der Grafschaft Hohenstein, in Thüringen, ...


Erste Silbe der Lösung ist damit ganz sicher:
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Nor

Re: Gedicht 6547 Zwei Silben, Freund, will ich mich nun best

BeitragVerfasst: 04.01.2018 12:52
von Otto
Ich denke, auch die Zweite Silbe ist ok, die Lösung ist also Normann (unabhängig davon, ob wir wissen, welcher Normann gemeint ist, vielleicht war es ja auch der Hund von Carl von Pulßky).