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Rätselgedicht Nr. 368 mMn ►gelöst◄

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Rätselgedicht Nr. 368 mMn ►gelöst◄

Beitragvon knoglerg » 16.09.2017 10:01

Rätselgedicht Nr. 368

von Franz Brentano

Worträtsel

Die Pflanze

Im ersten Lenz entsprossen,
Aus kleiner Wurzel schlank hervorgeschossen,
Von Duft und Tau begossen,
Entflieh ich, wenn der Sommer sich geschlossen.
Den Mönchs- und Nonnenklöstern bin ich Feind,
Nur halb und halb den Kapuzinern Freund.

Vormals der Freiheit Zeichen,
Wird jetzt mir oft ein hartes Los zu eigen,
Denn ach! von schönen Händen
Gefesselt, seh ich meine Freiheit enden.
Und wenn mir eine je die Freiheit schenkt,
So ist in Leid ihr junges Herz versenkt.

Zum Schlusse nur noch eins: es fasst in mir
Den schönsten Stein der größte Juwelier.

Lösung: Die Rose ?

Die Römer feierten im Frühling den "dies rosa". (Im ersten Lenz entsprossen). Rosen duften meist sehr gut, Was wollen Möche und Nonnen mit Rosen, die pflanzen da eher Heilkräuter an, es gibt eine Rose die Kapuzinerrose heisst, (wohl nach der rotbraunen Farbe, vgl. Kapuziner), eventuell deswegen namentlich erwähnt.
Vormals der Freiheit Zeichen, (Während des NS-Regimes gab es eine Widerstandsgruppe, die nannte sich Die Weiße Rose. Mitglieder waren unter anderem Hans und Sophie Scholl, die später hingerichtet wurden.
Wird jetzt mir oft ein hartes Los zu eigen,
Denn ach! von schönen Händen
Gefesselt, seh ich meine Freiheit enden.
Und wenn mir eine je die Freiheit schenkt,
So ist in Leid ihr junges Herz versenkt.
Für gewöhnlich wird an eine geliebte Frau eine rote Rose verschenkt.
Bei den Germanen wurden die Rosen mit dem Tod in Verbindung gebracht. Sie wurden auf Opferplätzen und Gräbern gepflanzt.
Es gibt eine menge Lieder, wo die Rose nicht verblüht, solange es dem Geliebten gut geht. Eines Tages ist die Blume verblüht und sie bekommt einen Brief, worin steht, dass er verstarb, mit einer Rose in der Hand. Weiss jetzt leider nicht mehr, wie dieses Lied heisst. 
Und für den letzten Absatz hab ich auch noch was:
Zum Schlusse nur noch eins: es fasst in mir
Den schönsten Stein der größte Juwelier.

Aus der mittelalterlichen Mystik wurde das Symbol der roten Rose in die Alchemie übernommen, wo sie für den mächtigen roten Stein steht, auch Stein der Weisen genannt, der unedle Metalle in Gold verwandeln und Menschen erleuchten kann.
Wer unedle Metalle in Gold verwandeln kann, ist wohl der grösste Juwelier.
Achso, und die Rose ist eine Pflanze.
Quellen sind Wikipedia + Google.

Würde mich über eine namentliche Erwähnung sehr freuen.
P.S.: Tolle Rätsel habt ihr da.

Mit freundlichen Grüßen

Gerd
knoglerg
 
Beiträge: 2
Registriert: 16.09.2017 09:55

Re: Rätselgedicht Nr. 368 mMn gelöst

Beitragvon knoglerg » 05.10.2017 13:58

Es ist immer noch bei den ungelösten Rätseln drinnen, wieso ? Seid ihr der Meinung, dass die Lösung nicht stimmt ?

BR knoglerg
knoglerg
 
Beiträge: 2
Registriert: 16.09.2017 09:55

Re: Rätselgedicht Nr. 368 mMn gelöst

Beitragvon Groffin » 09.10.2017 10:31

Ich mache da mehrere Fragezeichen dahinter.
1. Warum sollte die Rose Mönch- und Nonnenklöstern Feind sein? Es gibt in zahlreichen Klöstern Rosengärten.
2. Die Weiße Rose als Erklärung für "Freiheits Zeichen" kann nicht stimmen, da Bretano vor dem 2. Weltkrieg lebte.
3. Die Erklärung für die Zeile "Und wenn mir eine je die Freiheit schenkt, So ist in Leid ihr junges Herz versenkt." überzeugt mich auch nicht. Speziell auch, weil hier von einem "jungen Herz" die Rede ist.
4. Rose als Stein der Weisen erscheint mir recht weit hergeholt. Der "größte Juwelier" deutet auf Gott hin. In diesem Kontext könnte die Rose allenfalls ein Hinweis auf Jesus sein ("Es ist ein Ros entsprungen") oder die Liebe über den Tod hinaus, wofür die Rose in der christlichen Symbolik steht.

Meine Überlegung geht eher in diese Richtung:
Lösung oder Tipp: Anzeigen
Lange Haare:
Im ersten Lenz entsprossen,
Aus kleiner Wurzel schlank hervorgeschossen,
>>Haare wachsen bereits im ersten Lebensalter, haben eine kleine Wurzel und sind sehr dünn (=schlank)

Von Duft und Tau begossen,
>>Haare werden parfümiert und natürlich gewaschen. Auch fällt der Regen zuerst aufs Haupthaar.

Entflieh ich, wenn der Sommer sich geschlossen.
>> Je älter der Mensch wird, desto wahrscheinlicher fallen ihm die Haare aus - zumindest bei den Männern.

Den Mönchs- und Nonnenklöstern bin ich Feind,
>>Lange Haare öffentlich zu tragen galt bei Frauen lange Zeit als verpönt (Ursprung hierfür sind Worte des Apostels Paulus). Auch bei Mönchen wurde das Haupthaar zur Tonsur gestutzt. Nonnen trugen in der Regel Hauben auf dem Kopf.

Nur halb und halb den Kapuzinern Freund.
>> Damit habe ich Probleme. Die Kapuziner trugen durchaus auch Bärte

Vormals der Freiheit Zeichen,
>>Bei den Griechen galt das lange Haar als Zeichen von Freiheit. Ebenso bei den Germanen. Sklaven und Leibeigene mussten das Haar kurz tragen

Wird jetzt mir oft ein hartes Los zu eigen,
Denn ach! von schönen Händen
Gefesselt, seh ich meine Freiheit enden.
>>Das Haar der Frauen wird geflochten zum Zopf oder zum Dutt und unter einer Haube oder einem Kopftuch verborgen

Und wenn mir eine je die Freiheit schenkt,
So ist in Leid ihr junges Herz versenkt.
>> Das offene Haar bei einer verheirateten Frau war verpönt und nur in Trauerzeiten gestattet. Im 19. Jahrhundert galt es als bei den Damen erstrebenswert, das Haar niemals zu schneiden. Bei schwerer Krankheit wurde das Haar jedoch entfernt, da man annahm, dass das Haar dem Körper Energie entziehe.

Zum Schlusse nur noch eins: es fasst in mir
Den schönsten Stein der größte Juwelier.
>> Hier wird es wieder diffus. Das Haupthaar rahmt das Gesicht ein oder den Kopf. Auch die Bezeichnung des Haupthaares als Krone kann hier gemeint sein. Der Mensch als "die Krone der Schöpfung" ist in Haaren gekleidet. Der schönste Stein kann dann der Kopf (Sitz des Verstandes), das Antlitz oder der gesamte Mensch sein (der nach der Bibel aus der Erde geformt ist).
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Re: Rätselgedicht Nr. 368 mMn gelöst

Beitragvon Kirsche » 11.10.2017 17:41

@Groffin

Deine Idee überzeugt mich voll und ganz!
Jetzt macht auch die Überschrift - die Pflanze - endlich Sinn. Weil es eben keine im herkömmlichen Sinn ist.
Deine Unsicherheit wegen der Kapuziner teile ich nicht, schließlich waren sie die einzigen, die Bärte tragen durften. Wenn man es also so liest: nur ... den Kapuzinern Freund. Und das eben auch nur halb und halb (also oben ohne, unten mit) --- > Sinnvoll!
Und ob am Ende jetzt das Gesicht, der Geist oder was auch immer gemeint ist... auch sinnvoll.

Meine Stimme hast du!
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Re: Rätselgedicht Nr. 368 mMn gelöst

Beitragvon Engelchen » 11.10.2017 22:59

@Groffin - meine Stimme hast du auch!
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Re: Rätselgedicht Nr. 368 mMn gelöst

Beitragvon Otto » 16.10.2017 10:09

Meine auch!
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Re: Rätselgedicht Nr. 368 mMn ►gelöst◄

Beitragvon Otto » 16.10.2017 15:50

»Nur halb und halb den Kapuzinern Freund« könnte sich auf die Tonsur beziehen.

»Zum Schlusse nur noch eins: es fasst in mir Den schönsten Stein der größte Juwelier.« bezieht sich IMHO auf den Kopf mit dem Gehirn als Ganzes. Gott schuf den Menschen als Krönung der Schöpfung und die im Kopf beheimateter kognitiven Fähigkeiten zeichnen uns vor allen anderen Lebewesen aus. Trotz Einstein (»die Dummheit des Menschen ist unendlich«): Dumm kann nur jemand sein, der die Möglichkeit zur Intelligenz hat.
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