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Gedicht 1511: Die Erste gilt als Gegenteil

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Gedicht 1511: Die Erste gilt als Gegenteil

Beitragvon Waldkircher » 16.07.2016 21:15

Rätselgedicht Nr. 1511

von Wilhelm Jordan
Scharade (1+1 Silben?)

Die Erste gilt als Gegenteil
Und, gut, als gleich der Zweiten.
Als Schmuck und Schminke ist sie feil
Für hundert Eitelkeiten.

Frei – ruht die Zweite eingesackt
In feuerfesten Spinten,
Doch hörig – ist sie vorne nackt,
Erlaubt und möglich hinten.

Wovon du meinst, es heuchle nur
Zu sein mit falschem Glanze
Und sei das schwerlich von Natur.
Das nennest du das Ganze.

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Ich überlege an scheinbar als Lösung herum. Das passt sehr gut zur dritten Strophe. Erste: (An-)Schein als Gegenteil von echtem Baren. Ein (Geld-) schein ist dagegen bar(es), zweiter Teil der "schöne Schein". Gesprochen, "hörig", meint die Silbe bar - nackt (barfuß, barhäuptig), hinten dageben erlaubt, bzw. möglich (eß-bar). Zu den feuerfesten Spinten HABE ICH NICHT DIE LEISESTE IDEE. Bin ich total auf dem Holzweg? Hat jemand einen Geistesblitz?


zzz
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Re: Gedicht 1511: Die Erste gilt als Gegenteil

Beitragvon Waldkircher » 25.07.2016 09:30

Die feuerfesten Spinte könnten
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Eisenbarren
sein, in die das -bar eingesackt ist. Aber wie wäre dann das Frei - zu verstehen?
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Re: Gedicht 1511: Die Erste gilt als Gegenteil

Beitragvon Beaker » 25.07.2016 21:26

Ich denke, die Lösung von Waldkircher passt.
Anmerkungen zu Frei-, hörig- und Zeile 2:
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hörig- als in Abhängigkeit zu einem weiteren Wort (Barfuß, ... , gangbar, machbar)
Frei- als alleinstehendes Wort Bar im Sinne von Bargeld, welches in Geldsäcken im Tresor verwahrt wird.

Zeile 2: Und, gut, als gleich der Zweiten.
Der Gut-schein ist (fast) so gut wie Bares.
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Re: Gedicht 1511: Die Erste gilt als Gegenteil

Beitragvon Waldkircher » 26.07.2016 05:46

@Beaker - Danke, alle drei Punkte hast du plausibler gedeutet als ich. Vor allem die Erklärung der feuerfesten Spinte als Tresor. Aber auch “hörig“ als “abhängig“ und der Gutschein..
manchmal steht man davor....
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Re: Gedicht 1511: Die Erste gilt als Gegenteil

Beitragvon Otto » 27.07.2016 18:01

Ok, mit der Lösung kann ich leben. Aber die Begründungen befriedigen mich nicht ganz. Zerlegen wir die ersten beiden Zeilen:

Der Schein gilt als Gegenteil des "bar" -> Schuldschein?
Der Schein gilt als gleich dem "bar" -> Geldschein?

Ein "Gutschein" gefällt mir gar nicht, passt IMHO nicht in die damalige Zeit.
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Re: Gedicht 1511: Die Erste gilt als Gegenteil

Beitragvon Waldkircher » 01.08.2016 05:59

Andererseits kennt bereits das Grimmsche Wörterbuch den Gutschein als im Handelsrecht gebräuchliche Bescheinigung über ein Guthaben. Das passt sicher eher als heute im Vordergrund stehende Bedeutungen wie “Zettel über 3x Abwaschen zum Muttertag“.
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Re: Gedicht 1511: Die Erste gilt als Gegenteil

Beitragvon Groffin » 01.08.2016 17:01

Ich denke, die ersten beiden Zeilen beziehen sich überhaupt nicht auf das "bar"

Die Erste gilt als Gegenteil --> negative Interpretation von "Schein", man fällt auf den Schein herein ("Er scheint edel", Anschein)
Und, gut, als gleich der Zweiten. --> Gutschein - steht für etwas, das man dafür bekommt, ergo den gleichen Wert hat.

Oder es handelt sich hier ebenfalls darum, ob "Schein" dem Wort vor- oder nachgestellt wird:
- scheinbar, scheinehe, scheintot, scheinheilig, usw. (etwas hat den Anschein von, ist es aber nicht)
- Gutschein, Trauschein, Mondschein, Geldschein, Führerschein, usw. (bescheinigt etwas)
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