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Gedicht 1049 Dank, tiefster Dank ►gelöst◄

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Gedicht 1049 Dank, tiefster Dank ►gelöst◄

Beitragvon Engelchen » 09.06.2016 21:51

Rätselgedicht Nr. 1049

von Robert Franz Arnold

Worträtsel

Dank, tiefster Dank, viel Menschenalter schon
Ziemt mir von dir, Adams unsel'gem Sohn.

Denn zeig mir den, der reinres Glück gewähre
Als jenes, das ich gnädig dir beschere;

Dasselbe stets, doch stets erwünscht und neu,
Und nicht nur gnädig bin ich, bin auch treu.

Denn bloß von mir (so geht's einmal auf Erden)
Wirst nie und nimmer du verlassen werden.

Freund ist der Freund dir nur auf kurze Sicht.
Wie lang währt Liebe? Frage lieber nicht.

Und, ob sie viel und ob sie gar nichts erben,
Die dir zunächst stehn, hoffen auf dein Sterben.

Zumal ein alter Mann ist stets ein Lear.
Wie abgestandne Weisheit red' ich dir!

Kraft, Ruhm, Besitz, ja Haare selbst und Zähn'
Erscheinen bloß, um schließlich fortzugehn.

Und schließlich stehst du (nicht des Sonntags nur)
Nein, Tag für Tag »allein auf weiter Flur« -

Ich aber, unter gut und bösem Stern
Wie Kurwenal häng' ich an meinem Herrn,

Am Greis, am Krüppel, selbst am Bettler auch,
Und meine Treue währt zum letzten Hauch.

Lösung

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Schatten
Engelchen
 
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Re: Gedicht 1049 Dank, tiefster Dank, viel Menschenalter sch

Beitragvon Engelchen » 09.06.2016 22:01

Nicht wissend, ob die angegebene Lösung vom Autor stammt, wage ich mal eine Zweitlösung anzubieten:

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Atem (Atemluft)

Dank, tiefster Dank, viel Menschenalter schon
Ziemt mir von dir, Adams unsel'gem Sohn.


Denn zeig mir den, der reinres Glück gewähre
Als jenes, das ich gnädig dir beschere;


---> warum sollte ein Schatten reines Glück bedeuten? Atemluft ist doch ein Glück für jedes Lebewesen.

Dasselbe stets, doch stets erwünscht und neu,
Und nicht nur gnädig bin ich, bin auch treu.


---> der Schatten ist ohne (Sonnen)Licht nicht treu - gut, Schatten hat auch eine andere Bedeutung. Aber warum sollte er stets erwünscht und neu sein? Diese Zeilen passen für mich besser zur Atemluft.

Denn bloß von mir (so geht's einmal auf Erden)
Wirst nie und nimmer du verlassen werden.

........

Ich aber, unter gut und bösem Stern
Wie Kurwenal häng' ich an meinem Herrn,

Am Greis, am Krüppel, selbst am Bettler auch,
Und meine Treue währt zum letzten Hauch.


---> bis zum letzten Hauch, bis zum letzten Atemzug.

:?:
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Re: Gedicht 1049 Dank, tiefster Dank, viel Menschenalter sch

Beitragvon Otto » 10.06.2016 18:46

Die letzte Zeile spricht eigentlich gegen Engelchens 2. Vorschlag, da sie die Lösung beinhalten würde.

"Wirst nie und nimmer du verlassen werden" und "Und meine Treue währt zum letzten Hauch" sind eigentlich widersprüchlich.

Zu beiden Vorschlägen: Wieso sind diese "gnädig"?

"Kraft, Ruhm, Besitz, ja Haare selbst und Zähn', Erscheinen bloß, um schließlich fortzugehn." könnte auch lauten "Kraft, Ruhm, Besitz, ja ATEM selbst, Haare und Zähn', Erscheinen bloß, um schließlich fortzugehn."
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Re: Gedicht 1049 Dank, tiefster Dank, viel Menschenalter sch

Beitragvon Suchender » 10.06.2016 18:56

Hallo Engelchen
Ich kann deine Lösung durchaus nachvollziehen. Es spricht aber meiner Meinung nach ebensoviel für die ursprüngliche Lösung.
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In bestimmten Situationen (Wöste, Oase, heißer Sommertag...) spendet der Schatten wohl ein großes Glück ohne Gegenleistung.
Und im Gegensatz zum Atemzug den man ja aktiv machen muß, begleitet der Schatten ja wirklich einen jeden sein ganzes Leben lang ohne zutun.

@Otto jetzt bist du mir zuvorgekommen :)
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Re: Gedicht 1049 Dank, tiefster Dank, viel Menschenalter sch

Beitragvon Engelchen » 10.06.2016 23:06

@ Otto - Können Sie uns bitte erst einmal verraten, ob die angegebene Lösung die Autorenlösung ist. Wenn ja, brauchen wir ja gar nicht nach einer anderen Lösung zu suchen, sondern eher nach Erklärungen für einzelne Textzeilen.
Falls nein, denke ich, dass es eine treffendere Lösung geben müsste. (?)

Ihr Argument, bezüglich der letzten Zeile möchte ich gleicht entkräften.

Es gibt einige Rätsel, bei denen die Lösung oder Teile der Lösung im Rätseltext enthalten sind. Und dies insbesondere auch dann, wenn es scheint, dass mehrere Lösungswörter zutreffen könnten. Dann muss der Autor einen deutlichen Hinweis geben.

Und Hauch wäre für mich ein solcher Hinweis.

Aber gut. Ich hatte auch noch den Herzschlag im Visier. Aber auch der passt (wie alles eigentlich) zu "erscheinen bloß, um schließlich fortzugehen."
Wobei ich den Autor doch eher so interpretiere - die von ihm aufgezählten Dinge sind mitunter nur "vorübergehend" treu, während das Lösungswort treu bis ans Lebensende ist.

@ Suchender - Wenn der Autor etwas, als etwas ganz besonderes hervorhebt, dann sollte es eigentlich immer gelten und nicht nur in bestimmten Situationen. Und ob z.B. an heißen Sommertagen der Schatten das höchste Glück ist oder vielleicht doch eher ein labender kühler Trunk, ... wer weiß.

Für die Lösung Schatten finde ich keine überzeugende Erklärung für - Dasselbe stets, doch stets erwünscht und neu, - stets erwünscht, wieso?

Und warum ist eigentlich "Adams unseliger Sohn" erwähnt, das muss doch auch eine Bedeutung haben!?

Und wieso sollte jemand, der gar nichts erbt, "hoffen auf dein Sterben"?
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Re: Gedicht 1049 Dank, tiefster Dank, viel Menschenalter sch

Beitragvon Otto » 11.06.2016 14:27

Tja, wie das Schicksal so spielt ... die Lösung "Schatten" ist aus einem Sammelwerk — und sie stimmt nicht mit der Autorenlösung überein; der "Atem" aber auch nicht.

Und: In diesem Rätsel ist vieles im übertragenen Sinne gemeint.

"Das höchste Glück" – ja, für manche, nicht für alle (und höchstwahrscheinlich nicht für Engelchen und auch nicht für mich).

"Adams unseliger Sohn" — soll heißen, dass es um Menschen geht, nicht um Tiere. Nun ja, bei Dr. Amy Farrah Fowler stimmt das auch nicht mehr.

"Wirst nie und nimmer du verlassen werden" und "Und meine Treue währt zum letzten Hauch" sind eigentlich widersprüchlich — und doch wieder nicht, kommt eben darauf an.

"hoffen auf dein Sterben" — wie wahr! Zumindest meistens. "Und, ob sie viel und ob sie gar nichts erben" heißt eigentlich nur, dass es egal ist.

Und hier kommt noch ein heißer Tipp:
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Es geht um ein Laster
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Re: Gedicht 1049 Dank, tiefster Dank, viel Menschenalter sch

Beitragvon Engelchen » 11.06.2016 15:39

Immer wieder neu und treu bis zum letzten Hauch ...

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die Zigarette

:?:
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Re: Gedicht 1049 Dank, tiefster Dank, viel Menschenalter sch

Beitragvon Otto » 11.06.2016 18:02

Super ... fast. "Dasselbe stets" passt nicht.
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Re: Gedicht 1049 Dank, tiefster Dank, viel Menschenalter sch

Beitragvon Engelchen » 11.06.2016 18:42

Na dann vielleicht
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die Tabakspfeife oder wegen "häng' ich an meinem Herrn" doch eher der Tabaksbeutel oder ein Beit

:?:
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Re: Gedicht 1049 Dank, tiefster Dank, viel Menschenalter sch

Beitragvon Otto » 11.06.2016 19:36

Ersteres :-)
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