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Gedicht 4401 Vom Sein und Nichtsein gibt mein Doppelwort

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Gedicht 4401 Vom Sein und Nichtsein gibt mein Doppelwort

Beitragvon Engelchen » 30.04.2016 23:42

Rätselgedicht Nr. 4401

von Jens Baggesen

Scharade (1+1 Silben)

Vom Sein und Nichtsein gibt mein Doppelwort euch Kunde,
Obgleich ganz ohne Sinn, wenn man es spricht.
Es steht in jedem Buch, es klingt aus jedem Munde;
Doch, wenn man's recht bedenkt, vernimmt man's nicht.

Zweisilbig ist's auf Deutsch, und seit achthundert Jahren
Vierstäbig, auch zugleich achtstäbig, klangvereint,
Wie Jeder täglich kann und stündlich es erfahren,
Sobald er's liest, sobald es ihm erscheint.

Es ist ein Doppelwort, dess' erster Zwilling immer
Ein andrer wird an jedem Neujahrstag,
Und dessen zweiter, ist allein er, nimmer
Was Andres wird, man ändr' ihn, wie man mag.

Zusammen bilden sie ein Ding, ganz nichtig,
Und ohne welches doch gesetzlich gilt kein Akt,
Kein Kauf, Brief, Dokument, Dekret, auch noch so wichtig,
Kein irdischer und selbst kein himmlischer Kontrakt.

Ich bin zugleich das jüngst' und älteste der Wesen,
Die Chronos selber schuf in der Chronologie;
Ein Riese nach der Messung der Chinesen,
Ein Zwerg nach der gemeinern Theorie.

Dem sein nun, wie ihm woll', es ist mein Los indessen,
So wesenlos ich bin, Gelehrte zu entzwein –
Die wollten mich von vorn, und die von hinten messen;
Und Alle wissen nichts von meinem wahren Sein.

Ich will aufrichtig hier euch offenbaren
Das Wen'ge, was von mir man wissen kann:
Ich war schon da seit allen Weltenjahren
Eins abgerechnet – das errate man!

Ich bin als jüngste nur vorhanden auf der Erde,
Obgleich ich um ein Jahr nur jünger bin, als sie;
Denn ich ging nicht hervor mit jenem ersten Werde,
Und wann ich später ward, erfuhr man nie.

Mein Zeichen, Wort und klares bares Wesen
Könnt ihr im letzten Brief vom Amtmann lesen.

Lösung unbekannt

Anmerkungen

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↑Chronos ist in der griechischen Mythologie der Gott der Zeit. Er versinnbildlicht den Ablauf der Zeit und auch die Lebenszeit.



Mein erster Gedanke war
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Der Buchstab - veraltete Schreibweise für Buchstabe.
Aber schon während ich es hier schreibe, kommen mir Zweifel.

zzz
Engelchen
 
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Re: Gedicht 4401 Vom Sein und Nichtsein gibt mein Doppelwort

Beitragvon Engelchen » 01.05.2016 00:16

Wenn es an jedem Neujahrstag ein anderer wird, müsste es doch irgendetwas mit einem Datum zu tun haben.
Vielleicht
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Jahrzahl

Aber wieso vernimmt man's nicht und wieso ganz nichtig?
Engelchen
 
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Re: Gedicht 4401 Vom Sein und Nichtsein gibt mein Doppelwort

Beitragvon Otto » 01.05.2016 19:40

Man vernimmt es nicht, weil man es i.a. weglässt. "Wir teffen uns am 10 Mai" reicht i.d.R. völlig aus.

Ich denke, die Lösung ist schlüssig.
Otto
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