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Gedicht 4110 Ist eine Uhr das Ganze

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Re: Gedicht 4110 Ist eine Uhr das Ganze

Beitragvon Otto » 05.03.2016 21:30

»Ich steh auf dem Schlauch. Ihr muss sich doch auf das Lösungswort beziehen - oder?« — Das Lösungswort (ohne Verdopplung) ist das Ganze, und das ist eine Uhr.

»da muss doch (wenn's keine Charadoide ist) die Silbentrennung exakt stimmen oder?« — Ja, schon. Vielleicht war damals sie Silbentrennung anders? Abgesehen davon trennte man damals wohl ck als k-k. Hilft aber auch nicht weiter.
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Re: Gedicht 4110 Ist eine Uhr das Ganze

Beitragvon Waldkircher » 14.07.2016 06:45

Ich bin Ottos Ansicht, Engelchen. Deine Lösung ist nicht nur elegant, sie ist auch witzig. Warum sollte dieser kleine Kalauer nicht zu Brentano passen? Ich verstehe den Einwand mit der Silbentrennung nicht.
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Re: Gedicht 4110 Ist eine Uhr das Ganze

Beitragvon Otto » 19.07.2016 17:47

Vielleicht war damals die Silbentrennung anders? Habe aber keinen Beleg dafür gefunden.

Notiz am Rande: Ticken kommt aus dem lat. tigere (genauso wie frz. toucher und engl. touch), ursprünglich "berühren". Meint Adelung.
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Re: Gedicht 4110 Ist eine Uhr das Ganze

Beitragvon Helmut H » 14.10.2017 23:16

Die Einwände verstehe ich, bin aber trotzdem der Meinung, dass die Lösung richtig ist.
Man kann nämlich auch so argumentieren, dass für die natürliche Zerlegung eines Worts nicht unbedingt vorrangig die Silbentrennung gelten muss,
sondern diese auch entsprechend seiner Struktur erfolgen kann;
und da ist es so, dass "tick" der Wortstamm ist, an den die Endung "end" angehängt ist.
Daher bin ich nicht der Ansicht, dass diese Zerlegung dem Prinzip der Scharade widerspricht.
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Re: Gedicht 4110 Ist eine Uhr das Ganze

Beitragvon Thomas » 15.10.2017 10:58

Wissen wir denn, wie damals getrennt wurde? Engelchen hat es ja für die älteren Semester eingangs schon schön illustriert: ti-ckend mag aktuell korrekt sein, zu meiner Schulzeit war es tik-kend (was das ganze Thema 'Scharaden' nicht gerade vereinfacht). Dass ehedem tick-end korrekt bzw. gebräuchlich war, ist durchaus möglich; 1901 gab es schonmal eine Rechtschreibreform. Und überhaupt: Steht irgendwo geschrieben, dass sich die Silbenzerlegung bei Scharaden nach der Silbentrennung in der Rechtschreibung richten muss?

Ich finde die Lösung sehr gut und halte es für sehr wahrscheinlich, dass es sich um die von Brentano beabsichtigte handelt.
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Re: Gedicht 4110 Ist eine Uhr das Ganze

Beitragvon Helmut H » 15.10.2017 17:03

Mir ist jetzt auch noch was dazu eingefallen, nämlich dass hier kein Einzelfall vorliegt.
In dem ebenfalls als Verdoppelungs-Scharade bezeichneten Rätsel Nr. 3426 ist das Wort "wehend" nach genau demselben Prinzip zerlegt,
also weh - end. Getrennt wird es we-hend.
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Re: Gedicht 4110 Ist eine Uhr das Ganze

Beitragvon Helmut H » 18.01.2018 00:42

Nochmal zum Problem Scharade oder Scharadoide:

Hier bei den Brentano-Rätseln die Silbentrennung als Unterscheidungskriterium heranzuziehen erscheint etwas fragwürdig.
Im 19. Jahrhundert gab es noch nicht einmal eine allgemein verbindliche deutsche Rechtschreibung, geschweige denn allgemein verbindliche Trennungsregeln.

Schaut man sich ähnliche, bereits gelöste Rätsel an, kommt man zu dem Schluss, dass Brentano nach dem Kriterium vorging, ob das Wort in seine tatsächlichen strukturellen Komponenten zerlegt wird oder auf andere Weise.
Bei zusammengesetzten Wörtern ergibt sich hieraus normalerweise kein Unterschied, da diese auch in aller Regel entsprechend ihrer Zusammensetzung getrennt werden.
Aber auch nicht-zusammengesetzte mehrsilbige Wörter bestehen häufig noch aus zwei Komponenten, nämlich Wortstamm und Endung.
Wie bereits erwähnt erfolgt die Zerlegung bei Rätsel Nr. 3426 genau in diese beiden Elemente: "weh - end", und das Rätsel ist als Verdoppelungsscharade bezeichnet.
In Rätsel Nr. 3631 hingegen entspricht die Zerlegung "wen - den" den Trennungsregeln; dieses Rätsel ist aber als Scharadoide eingestuft:
Bei der Zerlegung wird ein Buchstabe vom Wortstamm abgeschnitten und zur Endung gestellt. Die beiden Silben sind also nicht die Komponenten, aus denen das Wort aufgebaut ist.

Nachdem davon auszugehen ist, dass das selbe Kriterium auch für das vorliegende Rätsel gilt, ist dieses bei der Zerlegung "tick - end" also eine Scharade
(und wäre eine Scharadoide, wenn das Wort entsprechend den Trennungsregeln zerlegt würde).

Fazit: Der angegebene Rätseltyp widerspricht NICHT der Lösung tickend / Ticktick endend.
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