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Rätselgedicht Nr. 1157 Ring dich nieder

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Rätselgedicht Nr. 1157 Ring dich nieder

Beitragvon Waldkircher » 25.08.2015 22:12

von Karl May
Worträtsel

Ring dich nieder; ring dich nieder!
Welch ein Wort und wie so wahr.
Sag dir's täglich, stündlich wieder;
werde dir darüber klar!

Ring dich nieder, um zu zeigen,
dass du deine Psyche kennst.
Du kannst dich nur dann erreichen,
wenn du von dir selbst dich trennst.

Ring dich nieder, bis zerronnen
ist dein ganzes, ganzes Ich;
dann hast Alles du gewonnen,
was verloren ist für dich.

Ring dich nieder; gehe unter,
bis du gänzlich dir entschwebst;
dann geschieht das große Wunder,
dass du tausendfältig lebst.

Ring dich nieder; ring dich nieder;
lös dich auf, und gehe ein;
sterbend auferstehst du wieder
und wirst ein Verklärter sein!

Läßt sich wohl am ehesten aus dem Werk beantworten. Zum Anstoß der Diskussion:

Lösung oder Tipp: Anzeigen
Ich schlage den Begriff Selbstentsagung als Lösung vor. Im Spätwerk "Am Jenseits", das viele theosophische Passagen enthält, gibt es eine Szene, die die auch im Rätsel angesprochenen Themen Tod, Aufgabe der Individualität für etwas Größeres und Auferstehung recht genau spiegelt. Kara ben Nemsi spricht mit Hadschi Halef und Hanneh, dessen Frau, über seine Großmutter, die er als "Auferstandene" bezeichnet, weil sie scheintot beerdigt worden sei:

"Sie war, grad wie auch meine Mutter, so reich an Liebe, daß ich noch heute von und in diesem Reichtume lebe; es ist das der größte Reichtum, den es giebt, mein lieber Halef. Die Verletzung eines Nerven war schuld, daß sie in Starrkrampf fiel und für tot gehalten wurde. Man bettete sie in den Sarg, und erst ganz kurz vor dem Begräbnisse, als die Leidtragenden den letzten Abschied von ihr genommen hatten, wurde entdeckt, daß sie noch lebte.
(...) Aber wenn sie sich auch nicht klar entsinnen konnte, ein nach rückwarts gerichtetes heiliges Ahnen, das fromme Gefühl eines gehabten, seligen Schauens war geblieben, und infolgedessen sah ich die groBte Hoffnung ihres Erdenlebens, welches ein Leben in Armut und in Sorge war, auf das einstige Wiedererwachen der Herrlichkeit gerichtet, welche ihr schwaches, irdisches Gedachtnis nicht hatte festhalten konnen. Sie lebte bis zu ihrem Tode ein doppeltes Leben, indem sie in aufopfernder Treue und Selbstentsagung fur die Ihren arbeitete und jeden von dieser Arbeit freien Augenblick dem Trachten nach der himmlischen Klarheit widmete. Diese ist ihr, wie ich überzeugt bin, nun schon längst geworden.«


zzz
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Re: Rätselgedicht Nr. 1157 Ring dich nieder

Beitragvon Engelchen » 25.08.2015 23:25

Ich schaffe es grad nicht, hier einen Link zu

Karl May Räthsel (Gedicht)

zu setzen. Er führt eigentlich auf eine Karl May Wiki Seite mit diesem Gedicht und ein paar Erläuterungen.

Sobald aber der Link hier im Forum anklickbar ist, führt er auf eine "falsche" Seite!? Deshalb habe ich ihn wieder gelöscht.
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Re: Rätselgedicht Nr. 1157 Ring dich nieder

Beitragvon Engelchen » 03.07.2016 09:00

Nachtrag nach fast einem Jahr. Der Link zu einer Seite im Netz.

Karl May Räthsel (Gedicht)
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Re: Rätselgedicht Nr. 1157 Ring dich nieder

Beitragvon Groffin » 27.10.2017 13:24

Nochmal hervorkram...

Sollte eigentlich nun gelöst sein (im Link ist die Erklärung bereits enthalten)
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irdische Läuterung - Selbstaufgabe, um das ewige Heil zu erlangen.
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