Home | Raetsel | Gedichte | Schach | Retros | Wienerisch | Blog | Events

Gedicht 3085 Die gemeinnützigen Brüder

Wollen Sie über eines unserer Rätsel oder Spiele diskutieren? Suchen Sie eine Lösung zu einem Rätsel, das Ihnen irgendwo sonst untergekommen ist? Dann sind Sie hier richtig!

Moderatoren: Angela, Otto

Gedicht 3085 Die gemeinnützigen Brüder

Beitragvon Waldkircher » 08.07.2014 20:33

Franz Brentano
Die gemeinnützigen Brüder

Zwei Brüder ziehen durch das Land,
Einer des andern Geselle,
Des Volkes Bestem zugewandt.
Von Schwelle gehen sie zu Schwelle,
Des Guten tragen sie, ohl oft die schwere Last;
Die nimmt man ihnen ab, doch bei ihm einzutreten,
Bis besseres Wetter abgepasst,
Hat keiner jemals sie gebeten.
Warum gibt man nicht Unterstand?
Warum bleibt stumm hier die Beschwerde?
O Brüderpaar, du bist geduldig wie die Erde.

Lösung oder Tipp: Anzeigen
Vorschlag: Regen-Schauer

Dazu folgende Überlegung: angesichts der Fülle der in Frage kommenden Wohltäter-Paare scheint mir des Rätsels Frage, warum keiner sie bittet bei ihm einzutreten, bis besseres Wetter abgepasst ein Hinweis darauf zu sein, dass die Lösung eben ein an sich erwünschter Niederschlag sein könnte, den man natürlich dennoch nicht gerne im Hause hat. Weiterhin werden wahrscheinlich männliche Genera erwartet ("Brüder"), so etwas wie "Regenschauer" bietet sich IMHO an. Natürlich wären auch Schneeschauer etc. prinzipiell denkbar. Regen wie Schauer ziehen von Schwelle zu Schwelle, sind des Volkes Bestem (Ackerboden, Landwirtschaft,) zugewandt, tragen die schwere Last des lebensnotwendigen Wassers ...und beschweren sich natürlich auch nicht :)


[zzz]
Waldkircher
 
Beiträge: 312
Registriert: 06.05.2014 22:08
Wohnort: Waldkirch

Re: Gedicht 3085 Die gemeinnützigen Brüder

Beitragvon Engelchen » 08.07.2014 21:12

Meine Gedanken gehen in eine ganz andere Richtung, aber meine Idee scheitert an dem kleinen Wörtchen "ihm" - bei ihm einzutreten.
Lösung oder Tipp: Anzeigen
Zwei Sänftenträger. Sie tragen ihre Last von Schwelle zu Schwelle. Und auch bei schlechtem Wetter dürfen sie die Sänfte nicht betreten. Schade!
Engelchen
 
Beiträge: 1525
Registriert: 26.07.2011 23:46

Re: Gedicht 3085 Die gemeinnützigen Brüder

Beitragvon ascot » 08.07.2014 21:24

Das mit dem schlechten Wetter ist mir auch aufgefallen.
Die Brüder:
Lösung oder Tipp: Anzeigen
Blitz und Donner?


PS:
Statt
"ohl oft die schwere Last"
lies
"oh! oft die schwere Last"
ascot
 
Beiträge: 285
Registriert: 24.05.2012 00:28
Wohnort: Wien

Re: Gedicht 3085 Die gemeinnützigen Brüder

Beitragvon Waldkircher » 08.07.2014 21:39

@ascot: ich hatte für mich ergänzt: wohl oft die schwere Last.
Lösung oder Tipp: Anzeigen
an Blitz und Donner hatte ich auch gedacht, aber (zu Unrecht?) für mich verworfen, weil die´s nicht so mit dem Volkswohl haben > Sturm, Hagel, Brände als Begleiterscheinung? Andererseits machen sie im lyrischen Sinn als Brüder zugegebenermassen ein klitzekleinesbisschen mehr her als "Regen & Schauer"

@Engelchen: Tolle Idee, ich bin immer wieder überrascht, wie unterschiedlich doch die Bilder sind, die sich so in den Köpfen bilden.
Waldkircher
 
Beiträge: 312
Registriert: 06.05.2014 22:08
Wohnort: Waldkirch

Re: Gedicht 3085 Die gemeinnützigen Brüder

Beitragvon ascot » 08.07.2014 22:27

@Waldkircher:
Lösung oder Tipp: Anzeigen
Bei langer Hitze oder sogar Dürre kommt der Regen oft in Form von Gewittern, im Sinn des Rätsels bringen Blitz und Donner den erhofften Segen, werden selbst aber dafür nicht geliebt. Das Gedicht hat einen durchaus ironischen Grundton.
ascot
 
Beiträge: 285
Registriert: 24.05.2012 00:28
Wohnort: Wien

Re: Gedicht 3085 Die gemeinnützigen Brüder

Beitragvon Waldkircher » 08.07.2014 23:01

@ascot
Lösung oder Tipp: Anzeigen
ich hätte gegen eine Lösung "Blitz und Donner" absolut nichts einzuwenden - ich denke, dass wir beide unter "des Guten schwere Last" den ersehnten Regen verstehen. Bei einem kleinen Hinweis mehr, vielleicht auch auf die Ambivalenz eines Gewitters, würde ich mich aber noch besser damit fühlen. Vielleicht ist dieses Indiz ja noch zu finden? Ein Hinweis, der IMHO gegen ein Gewitter spricht, ist vielleicht, dass hier die "Beschwerde" ja in der Regel nicht "stumm" bleibt.
Zuletzt geändert von Waldkircher am 08.07.2014 23:03, insgesamt 1-mal geändert.
Waldkircher
 
Beiträge: 312
Registriert: 06.05.2014 22:08
Wohnort: Waldkirch

Re: Gedicht 3085 Die gemeinnützigen Brüder

Beitragvon Engelchen » 08.07.2014 23:02

Es passen
Lösung oder Tipp: Anzeigen
Blitz und Donner sehr gut zu den beiden ersten Zeilen - 2 Brüder und einer des andern Geselle.
Aber die schwere Last - falls hier der Regen gemeint ist - wird doch von den Wolken getragen?
Was nach den beiden ersten Zeilen folgt, kann ich nicht so recht in den Blitz und den Donner hineininterpretieren.

Insgesamt gefällt mir aber der Gedanke Regen.

PS: Ich hatte das "ohl" auch mit "wohl" übersetzt.
Engelchen
 
Beiträge: 1525
Registriert: 26.07.2011 23:46

Re: Gedicht 3085 Die gemeinnützigen Brüder

Beitragvon Otto » 09.07.2014 00:50

Wenn die schwere Last der Regen isr, kann der Regen keiner der Brüder sein. Regen wird von Wolken getragen, aber auch die Sonne ist involviert (Verdunstung). Die Brüder könnten also Sonne und Wolken sein. Aber wieso "von Schwelle zu Schwelle"?

Die Sänftenträger würde ich nicht als "Brüder" bezeichnen.

So wirklich überzeugt bin ich von keinem der Vorschläge.
Otto
Site Admin
 
Beiträge: 1817
Registriert: 07.08.2004 15:17
Wohnort: Wien

Re: Gedicht 3085 Die gemeinnützigen Brüder

Beitragvon Waldkircher » 09.07.2014 07:32

@Otto
Otto hat geschrieben:Wenn die schwere Last der Regen isr, kann der Regen keiner der Brüder sein. Regen wird von Wolken getragen, aber auch die Sonne ist involviert (Verdunstung). Die Brüder könnten also Sonne und Wolken sein. Aber wieso "von Schwelle zu Schwelle"?

Das bezog sich auf die Diskussion von ascots Vorschlag "Blitz&Donner". Bei "Regenschauer" kann man als die schwere Last das in den Wolken enthaltene Wasser bezeichnen, wobei auch der Regen selbst möglich wäre, da "Regen" zwei nicht ganz identische Bedeutungen annehmen kann: a. das meteorologische Phänomen ("wir spielen auch bei Regen") b. der Niederschlag, das Regen(wasser) selbst ("es fielen 7mm Regen"). Die Sonne als einer der Brüder halte ich für unwahrscheinlich, da die bei schlechtem Wetter nicht scheint und sogar ausgesprochen gerne ins Haus gebeten wird. Von "Schwelle zu Schwelle" verstehe ich so, dass Regen (bzw. ein Gewitter o. dgl.) von Haus zu Haus,gleichsam bis an die Türschwelle zieht und trotzdem nicht eingelassen wird.
Waldkircher
 
Beiträge: 312
Registriert: 06.05.2014 22:08
Wohnort: Waldkirch

Re: Gedicht 3085 Die gemeinnützigen Brüder

Beitragvon Otto » 09.07.2014 08:38

Bin nicht überzeugt. Das "Bis besseres Wetter abgepasst," verstehe ich inzwischen so, dass das Rätsel gar nichts mit Regen oder Schlechtwetter zu tun hat. Das Wetter ist zum einen eine Füllzeile und zum anderen eine Begründung, warum man jemanden im Sinne der Gastefreundschaft ins Haus bitten sollte. Man tut es trotzdem nicht.

Mit Ausnahme voin Blitz und Donner würde ich keinen der Lösungsvorschläge als "Brüder" bezeichnen. "Brüder" bedeutet für mich eine enge Bindung, keiner kommt ohne den anderen aus. Auch "Einer des andern Geselle".

Regen kommt auch ohne Schauer daher. Auch sind "Regen" und "Schauer" keine Brüder; "Schauer" ist die zeitlicher Abfolge von Regen und Nicht-Regen. Bei den Sänftenträgern hapert es an der Brüder-Eigenschaft. Einwände gegen Blitz und Donner wurden schon vorgebracht.

Welche Last nimmt man den Brüdern ab? Das klingt auch nicht nach Regen, kommt nur so irgendwie hin.
Otto
Site Admin
 
Beiträge: 1817
Registriert: 07.08.2004 15:17
Wohnort: Wien

Nächste

Zurück zu Rätsel und Spiele

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste