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Gedicht 3033 Zwölf gehn drauf

BeitragVerfasst: 24.06.2014 01:20
von Beaker
Nr. 3033 (Franz Brentano)
Logogriph

Zwölf gehn drauf,
Mehr als tausend hinein.
So behand'lst du Fremde nicht fein.

Ein Versuch:
Lösung oder Tipp: Anzeigen
Zwölf gehn drauf, : Das Dutzend
Mehr als tausend hinein. : dutzend als Adjektiv, laut wiktionary eine unbestimmte große Menge
So behand'lst du Fremde nicht fein. : duzend mit ohne t

Re: Gedicht 3033 Zwölf gehn drauf

BeitragVerfasst: 24.06.2014 08:15
von Otto
@Beaker: Im Sinne einer unbestimmt großen Menge kennt ich "Dutzend" nur im Pllural: "Ich habe Dich schon dutzende male gebeten ..." Vergleiche auch: ""Ich habe Dich schon hunderte male gebeten ..." (auch Plural!) und "Ich habe Dich schon zig mal gebeten ...". Aber ich denke, ich kann mich mit der Lösung anfreunden :-)

Re: Gedicht 3033 Zwölf gehn drauf

BeitragVerfasst: 24.06.2014 13:23
von Waldkircher
Ich bin (noch) nicht überzeugt. Zum einen hat Otto mit seiner Bemerkung zum ausschliesslich pluralischen Gebrauch von dutzend in adjektivischer Bedeutung recht, und im Sinne von “eine unbestimmte Anzahl“ findet man das Wort so weder im Grimm noch im Adelung noch in einem anderen mir bekannten zeitgenössischen Wörterbuch - und Brentano war ein sehr sprachbewusster Autor. Und zwischen “dutzend (en Malen)“ und “mehr als tausend“ klafft auch im heutigen Sprachgebrauch noch eine kleine Lücke. Für die letzte Zeile käme neben duzend auch noch duzen, uzend oder uzen in Frage, wenn man nur von einer Reduzierung von Dutzend ausgeht. Könnte die “Zwischenstufe“ nicht beispielsweise ein Ort, eine Stadt oder dergleichen sein? Leider scheint es kein Dutzen etc. Zu geben. Theoretisch kann doch aber bei einem Logogriph auch der Stammvokal hin- und wieder zurück wechseln. Dann böten sich mehr Möglichkeiten.

Re: Gedicht 3033 Zwölf gehn drauf

BeitragVerfasst: 24.06.2014 16:30
von Otto
Adelung kennt dutzen statt duzen: "Dutzen, verb. reg. act. du nennen, du zu jemanden sagen, im gemeinen Leben und in der niedrigen Sprechart. Jemanden dutzen. Sich mit einem dutzen."

Damit würde Beakers Lösung noch besser passen: Dutzend, dutzende, Dutzen. Aber Waldkircher hat auch recht, dutzende sind bei mir so zwischen 20 und 100 und nicht tausende.

Re: Gedicht 3033 Zwölf gehn drauf

BeitragVerfasst: 24.06.2014 17:08
von Waldkircher
@Otto - ich meinte Dutzen als Gemeinde, Stadtteil, Dorf oder dergleichen. Oder Utzen. Da würden eher 1000 reingehen. Beim Googlen werde ich wahnsinnig, weil die Suchmaschine von der Siezen-Duzen-Problematik verseucht ist und mir versichert, dass ich eigentlich das wissen will.

Re: Gedicht 3033 Zwölf gehn drauf

BeitragVerfasst: 24.06.2014 17:43
von Otto
Bei Ortsnamen wird man i.a. bei Wikipedia fündig, da hat jedes Kaff und jedes Grätzl einen Eintrag. Einen Ort namens "Dutzend" oder "Dutzen" oder "Utzen" scheint es nicht zu geben; "Dützen" ist ein Stadtteil von Minden.

Bei Google hilft die Suche nach »"dutzen" -duzen -siezen -sietzen« (mit den Anführungszeichen, aber ohne die Chevrons).

Re: Gedicht 3033 Zwölf gehn drauf

BeitragVerfasst: 26.06.2014 21:06
von ascot
Kann man es so lesen?

Zwölf gehen auf ein Dutzend,
wenn mehr als tausend (t wie Tonne oder tausend) ins Wort "duzend" hineinkommt.
Duzend behandelst du Fremde nicht fein.

Re: Gedicht 3033 Zwölf gehn drauf

BeitragVerfasst: 27.06.2014 11:37
von Lupiro
Ist ein Dutzend mehr als ein Lot?
Denn: Freunde in der Not kommen tausend auf ein Lot.

Re: Gedicht 3033 Zwölf gehn drauf

BeitragVerfasst: 27.06.2014 13:05
von Otto
Dutzend und Lot sind unvergleichbar: Dutzend ist eine Zahl oder, wenn man so will, ein Stückmaß; Lot ist eine Gewichts/Masseeinheit.

Re: Gedicht 3033 Zwölf gehn drauf

BeitragVerfasst: 29.12.2018 19:35
von stickum
Zwölf gehn drauf,
Mehr als tausend hinein.
So behand'lst du Fremde nicht fein.

Hallo!
Ich glaube, dass Dutzend und duzen (in welcher Schreibung auch immer) richtig sind. Es geht also nur um das mittlere Wort.
Ich schlage "dusende" vor. Das bedeutend in den niederdeutschen Dialekten "tausende";
das "d" ist nicht durch die hochdeutsche Lautverschiebung zu "t" umgewandelt worden
und das lange "u", was durch die frühneuhochdeutsche Diphthongierung zu "au" wurde,
ist ebenfalls erhalten geblieben.
Übrigens hat Brentano jahrelang in Westfalen, also im niederdeutschen Sprachraum, gelebt.

Lösungsvorschlag:
Zwölf gehn drauf = Dutzend; Mehr als tausend hinein = dusende; So behand`lst du Fremde nicht fein = duzen.