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Gedicht 2733 Gib acht, dass du erhaschst des Rätsels Fädchen

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Gedicht 2733 Gib acht, dass du erhaschst des Rätsels Fädchen

Beitragvon Engelchen » 13.06.2014 00:52

Nr. 2733 (Franz Brentano)

Scharade (2+2 Silben)

Gib acht, dass du erhascht des Rätsels Fädchen! –
Nie wohnen Männer, Knaben oder Frauen
In meinen Ersten, häufig aber Mädchen.
Schwach sind die Letzten; doch, du darfst vertrauen,
Die Wucht des Bergstiers können leicht sie tragen.
Das Ganze streicht und schlingt man mit Behagen.

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Lösung:

Apfel + Kraut = Apfelkraut

Anmerkungen

Mädchen ist ein Diminutiv von Made, volkstümlich Wurm genannt.

Den zweiten Teil der Lösung verstehen wir nicht; auch hat "Kraut" nur eine Silbe; gefordert sind aber zwei Silben.

[zzz]
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Re: Gedicht 2733 Gib acht, dass du erhaschst des Rätsels Fäd

Beitragvon Engelchen » 13.06.2014 01:14

Ich kann mich mit der genannten Lösung nicht anfreunden.

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Selbst Plural "Kräuter" würde ich anzweifeln, denn das ist zu allgemein. Es muss doch was bergspezifisches sein.
Ist eigentlich das "s" im Bergstier richtig ? Bergs-Tier (Berg-Tier) oder Berg-Stier ?
Wenn mit dem Stier das Sternbild gemeint wäre, dann könnten die beiden Letzten auch "Sterne" sein ---> Apfelsterne ???

Und meine Gedanken für das Ganze gehen noch in eine ganz andere Richtung. "streicht und schlingt man mit Behagen" suggeriert etwas kulinarisches. Es kann aber auch in Richtung - streichen, stricken und schlingt, schlingen, Schlinge gehen, was dann einen zusätzlichen Bezug zum "Fädchen" in der ersten Zeile hätte ???

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Re: Gedicht 2733 Gib acht, dass du erhaschst des Rätsels Fäd

Beitragvon Otto » 13.06.2014 10:08

Die Lösung stammt, wie immer bei Brentano, aus Sekundärquellen, in diesem Fall aus dem Sammelwerk von Bruno Arbeiter. Die Erklärung Made/Mädchen ist von mir, nachdem ich mich an Heinz Erhardt erinnert hatte: "Hinter eines Baumes Rinde / wohnt die Made mit dem Kinde / ..."

"Bergstier" ist korrekt (lt. meinem Aenigmatias)
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Re: Gedicht 2733 Gib acht, dass du erhaschst des Rätsels Fäd

Beitragvon Otto » 13.06.2014 11:45

Wenn wir schon das Kraut in Frage stellen, dann müssen wir auch den Apfel überdenken. Aber: Made/Mädchen wäre typisch Brentano und ist irgendwie genial, also werden die ersten beiden wohl ein Obst sein, das wurmig werden kann (Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche).

Wenn wir beim Apfelkraut bleiben, dann vielleicht Apfelrotkraut (in Österreich) oder Apfelblaukraut (in Deutschland)? Im Fall des Bergstiers müsste das dann irgendeine Alpenpflanze sein. Oder vielleicht der Name eines Berges?
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Re: Gedicht 2733 Gib acht, dass du erhaschst des Rätsels Fäd

Beitragvon Engelchen » 13.06.2014 19:37

Das "Mädchen" in der Bedeutung "Made" finde ich auch genial und wünsche mir, dass es hier benutzt wurde.

Aber es sind zu viele Fragen offen. Wenn streichen im Sinne von bestreichen benutzt wurde und sich im Ganzen ein leckeres "Etwas" ergibt, würde man das denn mit Behagen schlingen oder doch eher genüsslich verzehren?
Schlingen hat ja auch die Bedeutung "um etwas winden", herumschlingen. Vielleicht ist es kein Kraut, sondern ein Tierchen - ein Wickler, ein Spinner (Apfelwickler, Pflaumenwickler, ... ), aber dazu brauchte man kein Bergstier und außerdem schlingt ja nicht das Ganze, sondern "man" schlingt.
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Re: Gedicht 2733 Gib acht, dass du erhaschst des Rätsels Fäd

Beitragvon Otto » 19.06.2014 19:18

Ich hab mal in Duden alle Wörter geprüft, die mit Apfel- anfangen: Apfelsine, Apfelkuchen, Apfelschimmel, Apfelspalte, Apfeltasche, Apfelwickler, Apfelstrudel.

Der Apfelschimmel lacht mich irgendwie an ... aber wie ist das mit dem Bergstier? Irgendwas mythologisches?
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Re: Gedicht 2733 Gib acht, dass du erhaschst des Rätsels Fäd

Beitragvon Engelchen » 19.06.2014 21:54

Neue Idee mit alten Gedanken:
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"Schwach sind die Letzten" ---> Schnecken (?)
...schnecken als Gebäck werden bei der Herstellung (be)strichen und geschlungen.

Apfelschnecken, Pflaumenschnecken, ... gab es die zu Brentanos Zeiten?

Apfelschnecken sind aber auch Tiere. Streicht und schlingt man da auch etwas ?

Naja, überzeugend klingt das alles noch nicht.
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Re: Gedicht 2733 Gib acht, dass du erhaschst des Rätsels Fäd

Beitragvon ascot » 19.06.2014 23:43

Otto hat geschrieben:Der Apfelschimmel lacht mich irgendwie an ... aber wie ist das mit dem Bergstier? Irgendwas mythologisches?


Ich habe den Bergstier gegoogelt. Nicht viele Treffer, aber in Sophokles' Antigone gibt es ein Loblied (oder so ähnlich) auf den Menschen, in dem es heißt: "den mähnigen Nacken umschirrt er (der Mensch) dem Roß mit dem Joche rings, Auch dem unbezwungnen Bergstier."
Letzte zwei Silben also "Menschen" (oder Manne, oder Männchen -> Apfelmännchen :D )?
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Re: Gedicht 2733 Gib acht, dass du erhaschst des Rätsels Fäd

Beitragvon Otto » 20.06.2014 09:12

LOL – den Sophokles hatte ich auch gefunden, scheint aber nichts herzugeben. Hatte auf eine Verbindung mit Zeus (Stier) gehofft. Wenn schon Apfelmännchen: Warum nicht Mandelbrötchen? ;-)
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Re: Gedicht 2733 Gib acht, dass du erhaschst des Rätsels Fäd

Beitragvon ascot » 24.06.2014 15:10

Vielleicht hat der ominöse Bergstier ja sehr kleine Hörner, die er trotzdem zum Rammen einsetzt.
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Apfel/Birnen/Zwetschkenhörnchen
bestreicht man mit Marmelade oder Butter und verschlingt sie mit Behagen.
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