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Gedicht 1074 Mein Aug ist stiller Blume Traum

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Moderatoren: Angela, Otto

Re: Gedicht 1074 Mein Aug ist stiller Blume Traum

Beitragvon Otto » 19.06.2014 15:53

Ok, zu allen Lösungsvorschlägen:
a) wer bin ich?
b) wer ist der Bräutigam?
c) wer ist die feindliche Mutter?
Und eventuell, falls die Begriffe nicht wörtlich gemeint sind:
d) wer/was ist die stille Blume?
e) wer/was ist der Odem?
Es geht ein bisschen unter, aber nicht ich zerstöre Felsen, sondern meine Mutter. Trotzdem, niemand kann mit widerstehen, wenn ich mal in Fahrt komme (letzte Strophe).
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Re: Gedicht 1074 Mein Aug ist stiller Blume Traum

Beitragvon ascot » 26.06.2014 20:34

Otto hat geschrieben:Es geht ein bisschen unter, aber nicht ich zerstöre Felsen, sondern meine Mutter. Trotzdem, niemand kann mit widerstehen, wenn ich mal in Fahrt komme (letzte Strophe).

Hm, gute Fragen.

Das mit der Mutter bezieht sich imho auf Medea, die aus Rache ihre Kinder getötet hat. Die Kinder sind quasi wir und die Mutter ist (wie im Rest des Rätsels) das/die Gesuchte.

Es muss in der 6.-letzten Zeile "flücht" statt "flucht" heißen.

Hat schon jemand explizit Wein (und Kater) als Lösung vorgeschlagen?
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Re: Gedicht 1074 Mein Aug ist stiller Blume Traum

Beitragvon Groffin » 27.10.2017 10:53

Mal wieder hervorkram...
Lösung oder Tipp: Anzeigen
für mich klingt das stark nach einer Naturgewalt. In den Versen ist eine Steigerung von schwach bis gewaltig enthalten.
problematisch wird die Überschrift "Die Verwandelte". Der gesuchte Begriff vollzieht entsprechend eine Wandlung.

Die Schneeflocke/Die Kälte:

Mein Aug ist stiller Blume Traum
Und wenn mein Odem dich umschmeichelt,
Fühlst du nur milde Regung, kaum
Wie wenn dein Kind dich küsst und streichelt.
>>stiller Blume Traum deute ich auf den Herbst oder Winter. Mit Odem kann der Reif oder Nebel gemeint sein.
Möglich ist auch die "Schneeblume" als erstes Anzeichen auf einen Schneesturm

Ach! doch horch! – Zu berauschendem Bund
Ruft jetzt und lockt mich des Bräutigams Mund;
Wild und bacchantisch in jubelndem Tosen,
Schüttelnd von flatternder Locke die Rosen,
Schwing ich mit ihm mich auf zitterndem Grund.
>> Der Bräutigam ist hier entweder der Winter oder der Sturm. Die Schneeflocken fallen in großen Massen, wirbeln durcheinander. Der zitternde Grund kann sowohl die Haut (die aufgrund von Kälte zittert) sein, als auch das Wasser eines Sees.

Wie an den Säugling angeschmiegt,
Die Brust dich nährt, dich wonnig stillet,
O Trank, der Nektars Kraft besiegt,
Der aus der Göttin Schale quillet!
>>hört sich für mich wie ein zugefrorener See an. Schneeflocken schmilzen, kühlen den See ab und bilden sich zu Eis.
Der Trank muss etwas flüssiges sein und ist nicht mit dem Nektar identisch. Der Nektar ist hier wohl allgemein der Saft der Pflanzen, der im Winter versiegt.

Aber, die mildiglich hegt und nährt,
Eine Medea, zum Morde sich kehrt!
Nicht in der Felsen verborgensten Ritzen
Kannst du vor feindlicher Mutter dich schützen,
Welche, wie dich, auch die Felsen verzehrt.
>>Das Wasser wird zur Gefahr. Die Kälte dringt überall hin und das auftauende Eis sprengt Felsen auseinander. Die Mutter ist hier die Kälte, ohne die es die Schneeflocke nicht geben würde.

Sanft weich ich, freundlich geb ich nach,
Nicht starren Sinnes widerstreb ich;
Scheu flücht ich; schreckhaft, nervenschwach,
Bei irgend lautem Wort erheb ich.
>> Abfließendes Wasser nach dem Sturm? Bzw. Schneedecken, die im Gebirge zu gefährlichen Lawinen werden können?

Aber er kommt mir, der Tag der Schlacht,
Ha! wie der stürmende Mut mir erwacht!
Flammend das Aug, mit des Ares Gebrülle
Weit ich die schütternde Ebene fülle,
Keiner dann trotzet der zürnenden Macht.
>> Eine Lawine? Ein lautes Wort und sie stürmt ins Tal. Dabei entwickelt sie eine Kraft, der weder Bäume noch Menschen widerstehen können. Auch der auftauende Schnee nährt die Bäche, stürzt in Wasserfällen ins Tal und verursacht dort Überschwemmungen und Fluten.
Groffin
 
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