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Gedicht 452 Vom Ersten fällt ein süßer Tau

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Gedicht 452 Vom Ersten fällt ein süßer Tau

Beitragvon Waldkircher » 07.05.2014 15:37

:roll: Guten Tag,
Ich denke, ich habe auch zu 452 die Lösung.

Scharade (1+1+1 Silben)
Vom Ersten fällt ein süßer Tau,
dem Zweiten huldigt jede Frau,
das Dritte wird in jeder Nacht
zu einem Hause hingebracht.
Das Ganze sieht sich froh vereint,
wenn es im Jahr drei-mal erscheint

Nur: wenn ich das jetzt einfach hinschreibe, verderbe ich da nicht RaterInnen den Spass? :roll:

[zzz]
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Re: Lösungsvorschlag Gedichträtsel (452)

Beitragvon Otto » 07.05.2014 16:07

Zunächst einmal: Herzlich willkommen hier!

► wenn ich das jetzt einfach hinschreibe, verderbe ich da nicht RaterInnen den Spass?

Nicht wirklich. Zum einen sind ja alle bekannten Lösungen unter "Rätselgedichte" einsehbar und zum anderen kann man die Lösung hier im Forum ja auch verbergen, ...
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So wie diesen hier (das macht das kleine "v" ganz rechts ausßen bei den Formatierungen
... so dass man klicken muss, um sie zu sehen.
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Re: Lösungsvorschlag Gedichträtsel (452)

Beitragvon Waldkircher » 07.05.2014 17:39

Vielen Dank für die sehr freundliche Begrüßung!
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Ich halte Sauerklee für die Lösung. Dabei bin ich davon ausgegangen, dass Brentano mit "vom Ersten" etc. auf die Reihenfolge abhebt, in der er als Rätselautor die Begriffe in der Scharade bringt und nicht auf die Reihenfolge im Lösungswort. Ich habe so gedacht:
Vom ersten fällt ein süßer Tau = Klee
dem Zweiten huldigt jede Frau = Er, noch heute ein Synonym für "Mann", in der Aussage sicher etwas zeitgebunden :oops:
das Dritte wird in jeder Nacht zu einem Hause hingebracht = die Sau, nämlich in den Schweinestall.
Das ganze vereint sich froh zum drei-blättrigen Sauerklee.Was meint ihr?
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Re: Lösungsvorschlag Gedichträtsel (452)

Beitragvon Otto » 09.05.2014 09:18

Diese Interpretation der Reihenfolge ist mir weder bei Brentano noch sonstwo jemals untergekommen, halte ich für unwahrscheinlich. Auch würde ich das "drei-mal im Jahr" nicht als die drei Blätter eines Sauerklees interpretieren, sondern tatsächlich zeitlich. Auch "jede Nacht" würde ich als "täglich" interpretieren.

Beim "Haus" gibt es mehr Spielraum, das kann metaphorisch gemeint sein.

Auch die Formulierung "ein süßer Tau" spricht dafür, dass es hier nicht wirklich um Tau geht, Tau ist nicht süß. Wieder ein Metapher?
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Re: Lösungsvorschlag Gedichträtsel (452)

Beitragvon Waldkircher » 09.05.2014 18:50

Nun, Sie führen gute Argumente an, Otto. Ein sonst nicht vorkommender Bruch der Konventionen dieser Art von Rätsel ist ein gewichtiges Argument gegen meinen Vorschlag, da stimme ich Ihnen gerne zu. In diesem Fall aber läßt sich - wie ich finde - argumentieren, warum von dieser Konvention abgewichen worden sein könnte. Das kleine Rätselgedicht zählt ja nicht nur die Bestandteile ("Vom Ersten" etc.) des Lösungswortes auf, worauf sich ein Ganzes ergibt, sondern betont eben dieses Zusammenfügen: Das Ganze sieht sich froh vereint. Vom wem? Man könnte dies als Hinweis lesen, dass die Silben erst zusammengesetzt werden müssen. Was könnte ich noch aufführen, um das zarte Sauerkleepflänzchen zu stützen, außer dass es gar zu schön wäre und mir partout nichts anderes einfallen will? Nicht allzu viel, fürchte ich. Ein mindestens ebenso gewichtiges Gegenargument ist Ihre berechtigte Lesart des "drei-mal" als zeitlich; steht ja auch da, nämlich im Jahr. Blüht der Klee vielleicht dreimal? Tut er nicht, habe ich nachgeschaut, er blüht einmal, nämlich April bis Mai.
Steht eigentlich der Bindestrich im Original auch da: drei-mal. Wenn das so ist, wäre über die Gründe nachzudenken. Man könnte es als Hinweis, als "Drei-Mal" im Sinne von "Drei-Zeichen" verstehen, was dann wieder dem Klee zugute käme....
Bei Rätseln in einem solch hohen Ton vermute ich aber generell eher irdische Sachen dahinter...
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Re: Lösungsvorschlag Gedichträtsel (452)

Beitragvon Otto » 09.05.2014 20:16

"Das ganze froh vereint" ist eine übliche Wendung, siehe 2467, 2421, 2537, 2575, u.v.a.m. (mindestens 40 Beispiele). Schon interessant, selbst bei literarischen Rätseln gibt es offenbar stillschweigende Konventionen.

Bindestrich im Original: Seltsam. Ich kann die Quelle nicht mehr finden. In Brentanos "Aenigmatias" steht diese Rätsel nicht, aber das hat wenig zu besagen. In zuverlässigen Sammelwerken gibt es weitere Brentano zugeschriebene Rätsel, die auch nicht in Aenigmatias zu finden sind. Nr. 452 steht aber auch in keinem dieser Werke. Übersicht: http://www.janko.at/Raetsel/Gedichte/Brentano.htm

Eine Websuche ergibt zwei weitere Treffer. Hier (http://www.seniorentreff.de/diskussion/ ... /a501.html) mit der Autorenangabe Brentano. Das andere Rätsel auf dieser Seite ("Das Erste malt in Rot") ist jedenfalls von Brentano und befindet sich auch in Aenigmatias. Der zweite Treffer gibt nichts her. Beide male steht "drei-mal" mit Bindestrich.

Schwer zu sagen, ob der Bindestrich eine Bedeutung hat. Das Rätsel entstand vor 1879 und damals war die Rechtschreibung eine andere. Generell wurde viel mehr mit Bindestrichen geschrieben als heute; ich eliminiere diese meistens und schreibe die Wörter entweder getrennt oder zusammen.

Der "hohe Ton" spricht übrigens dafür, dass das Rätsel tatsächlich von Brentano ist; es ist in Form und Sprache den Rätseln Brentanos jedenfalls sehr ähnlich.
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Re: Lösungsvorschlag Gedichträtsel (452)

Beitragvon Lupiro » 09.05.2014 23:53

Das EIS taut,der Winter ist vorbei.
Die heilkundigen Frauen frönen dem HEIL.
Der Nachtwächter trägt den GER (Spieß, Hellebarde)

Dreimal erscheint ein Eisheilger (Mammertus, Pankratius, Servatius).
Was meinen die andern dazu?
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Re: Lösungsvorschlag Gedichträtsel (452)

Beitragvon Waldkircher » 10.05.2014 07:26

Das wäre eine Lösung so recht nach meinem Geschmack! Kompliment! Am stärksten an ihr ist, dass sie wirklich gut zu den letzten beiden Zeilen passt. Aber warum könnte JEDE Frau dem Heil huldigen? Seelenheil? Heilkunst? Warum nicht Männer? Auch der unbestimmte Artikel beim Haus in Zusammenhang mit dem Ger (auch im 19. Jahrhundert ein Archaismus, das würde mich aber nicht stören) erschliesst sich mir noch nicht. In welches Haus wird der Spiess gebracht? In das des Nachtwächters nach seiner Runde?
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Re: Lösungsvorschlag Gedichträtsel (452)

Beitragvon Otto » 10.05.2014 08:01

Lupiros Lösung gefällt mir auch (welcome back, Lupiro!). Allerdings fehlt bei Eisheiliger der I und Nachtwächter hatten üblicherweise eine Hellebarde oder eine andere Stichwaffe, der Ger ist aber eine Wurfwaffe und für einen Nachtwächter ziemlich nutzlos.

Haus: Ich hab mal irgendwo gelesen, dass die Nachtwächter ihre Waffen nicht nach Hause nehmen durften, sondern abends im Zeughaus ausfassen und morgens zurückbringen mussten. "... wird jeden Morgen in ein Haus gebracht" würde da allerdings besser passen.

Heil: Sie suchen ihr Heil in der Ehe?
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Re: Gedicht 452 Vom Ersten fällt ein süßer Tau

Beitragvon Beaker » 15.05.2014 17:21

So richtig glücklich bin ich mit folgendem Lösungsvorschlag nicht:

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Im Herbst gibt es viel Tau und süße, reife Früchte die fallen.
Vermutlich wurde Frauen schon damals unterstellt, dass sie neu favorisieren.
Laut (Ich möchte mich von folgendem Link distanzieren) Astrowiki besteht ein Mondumlauf aus 28 Häusern.

Zusammen gäbe das:
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Herbstneumond

LG Astro-Beaker
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