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Bin eine Jungfrau hold und fein (1035)

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Bin eine Jungfrau hold und fein (1035)

Beitragvon ascot » 26.05.2012 22:46

Homonym

Bin eine Jungfrau hold und fein,
Und hab nach alten Sagen
Den höchsten Gott als Kindelein
In meinem Schoß getragen.
Doch täusche dich nicht der Bericht;
Die Mutter Gottes bin ich nicht.

(Franz Brentano)

Siehe Rätselgedicht Nr. 1035
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Re: Rätsel Nr. 1035 (Bin eine Jungfrau hold und fein)

Beitragvon ascot » 26.05.2012 22:53

Also, es geht nicht um Jesus? Ein Homonym soll es auch noch sein?

Mein Lösungsvorschlag ist kein Homonym, aber trotzdem gut. :wink:

Periktione
Plato ist ja quasi der höchste Gott der Philosophie. Und seine Mutter hat ihn der Legende nach (je nach Quelle, sagt Wikipedia) jungfräulich geboren, der (virtuelle) Vater war Gott Apollon.

http://de.wikipedia.org/wiki/Periktione#Legende

Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Jungfrauengeburt#Religionsgeschichtliche_Forschung gibt es auch noch ein paar Gotteskandidaten aus aller Götter Länder.
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Re: Rätsel Nr. 1035 (Bin eine Jungfrau hold und fein)

Beitragvon Engelchen » 27.05.2012 12:34

Also, es geht nicht um Jesus?

Warum eigentlich nicht? Schoß ist selbst ein Homonym und hier muss ja nicht der von der Mutter Gottes gemeint sein.
Was könnte man mit Schoß umschreiben, die Wiege, die Krippe (wäre ein Homonym) ... ?

Habe auch schon in den Sternen gesucht - wegen der Jungfrau - aber nichts Verwertbares entdeckt.
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Re: Rätsel Nr. 1035 (Bin eine Jungfrau hold und fein)

Beitragvon Otto » 27.05.2012 13:38

Um welche Götterwelt geht es? Die der Griechen? Der höchste (olympische) Gott ist Zeus, sein Vater war Kronos, siene Mutter Rhea. Kronos war alles andere als eine Jungfrau.

Die griechische Schöpfungsgsgeschichte beginnt mit den Worten: "Am Anfang war das Chaos ("gähnende Leere"), und das Chaos gebar Uranos, den Himmel, Gäa, die Erde, Eos, die Morgenröte, usw." Chaos würde schon besser passen, ist jungfräulich, aber zugleich Vater und Mutter, außerdem ist Uranos nicht der höchste Gott.

Nordische Mythologie? Der höchste Gott ist Odin bzw. Wotan: "Aus den salzbereiften Steinen leckte die Kuh Audhumbla den Riesen Bure; dieser bekam einen Sohn, Bör, der sich mit der Riesentochter Bestla vermählte und mit ihr u.a. Odin zeugte". Hm.

Brentano spricht aber von Sagen, nicht von Mythologie. Den Unterschied kannte er sehr wohl. Aber zu genau sollte man das nicht nehmen.

Der höchste Gott ist wohlim übertragenen Sinne gemeint. Im Kapitalismus ist wohl Geld/Gold der höchste Gott. (NUr so als Denkanregung.)

Bei "in meinem Schoß getragen" kommt mit immer wieder der erde Schoß in den Sinn.

<grübel>
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Re: Rätsel Nr. 1035 (Bin eine Jungfrau hold und fein)

Beitragvon ascot » 27.05.2012 21:47

Engelchen hat geschrieben:Schoß ist selbst ein Homonym und hier muss ja nicht der von der Mutter Gottes gemeint sein.


Super Idee! Anna, die Mutter von Maria, hatte den Kleinen vielleicht am Schoß. Mir ist gerade nicht geläufig, ob die Eltern Marias Jesus überhaupt je gesehen haben. Anna ist aber auch keine Jungfrau, sie hat nur unbefleckt empfangen, also falscher Ansatz. Maria Magdalena? Die war auch eher keine Jungfrau.

Aber haltet ihr es für denkbar, dass ein junges Mädchen, die Babysitterin des Gottes, die Lösung sein könnte? Sie trug ihn im Tragetuch in ihrem Schoß (na ja, so tief trägt man eigentlich kein geborenes Kind, außer im Sitzen, aber dann trägt man es eher nicht). Ich denke nur laut ...
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Re: Rätsel Nr. 1035 (Bin eine Jungfrau hold und fein)

Beitragvon Otto » 27.05.2012 22:12

Bedenke: Im Christentum/Judentum/Islam gibt es nur einen Gott, also auch keinen höchsten. Und wenn Gott im übertragenen Sinne gemeint ist, dann sind sowieso all unsere diesbezüglichen Überlegungen Makulatur.

Mit Schoß ist ziemlich sicher nciht der Schoß einer Frau gemeint. Alternativen aus dem Wiktionary: "Ursprung (Schoß der Geschichte)". Oder aus Grimm: theil des gewandes; theil der rüstung; schürze; körpergegend; die vorstellung des bergens, umschlieszens; as lappigte und dünne stück fleisch am rinde; spitzzulaufende, keilförmige abtheilung auf dem wappenschilde ... insgesamt ein paar Druckseiten.
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Re: Rätsel Nr. 1035 (Bin eine Jungfrau hold und fein)

Beitragvon Otto » 29.05.2012 18:13

Versuchen wir einen Neuanfang.

Das Lösungswort ist ein Homonym (das sagt Brentano selbst), hat also zwei Bedeutungen (das wurde bisher in keinem Lösungsvorschlag wirklich berücksichtigt). Eigentlich sollten beide Bedeutungen in dem Rätsel umschrieben sein, das Rätsel ist also in zwei Teile zu zerlegen. Ich sehe dazu nur eine Möglichkeit:

Bin eine Jungfrau hold und fein,
-> 1. Bedeutung

Und Ich hab nach alten Sagen
Den höchsten Gott als Kindelein
In meinem Schoß getragen.
-> 2. Bedeutung

Der Eindruck, dass alle vier Zeilen zusammengehören, ist möglicherweise ein Täuschungsmanöver. Wenn sie doch zusammengehören - wo sind dann die zwei Bedeutungen?

"Doch täusche dich nicht der Bericht" – das ist doch Kauderwelsch! Ich hab's eben überprüft, der Text stimmt (allerdings habe ich leider nicht die Originalausgabe in Fraktur). Was bedeutet diese Zeile? Hat "Bericht" nch eine andere Bedeutung? Alte Lexika von 18xx (Pierer, Wanders, Adelung, Grimm) helfen jedenfalls nicht weiter.

"Die Mutter Gottes bin ich nicht." -- Das soll wohl eine Zweitlösung ausschließen. Gibt es also zwei passende Homonyme?

"den höchsten Gott" -- Nun, es gibt natürlich noch andere Mythologien, bespielsweise die sumerische oder die ägyptische. In beiden bin ich aber nicht wirklich sattelfest. Aber ich glaube inzwischen, dass vielleicht auch "der höchste Gott" nur im übertragenen Sinn gemeint ist. Es gibt ja auch falsche Götter.

Bei der "Jungfrau" sehe ich das ähnlich, "Jungfrau" steht allgemein für irgendetwas ursprüngliches, unbearbeitetes, unverfälschtes. Irgendetwas "jungfräuliches", unberührtes.
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Re: Rätsel Nr. 1035 (Bin eine Jungfrau hold und fein)

Beitragvon ascot » 30.05.2012 14:56

Otto hat geschrieben:"Doch täusche dich nicht der Bericht" – das ist doch Kauderwelsch! Ich hab's eben überprüft, der Text stimmt (allerdings habe ich leider nicht die Originalausgabe in Fraktur). Was bedeutet diese Zeile? Hat "Bericht" nch eine andere Bedeutung? Alte Lexika von 18xx (Pierer, Wanders, Adelung, Grimm) helfen jedenfalls nicht weiter.


Der Satz ist meines Erachtens schon in Ordnung, umformuliert würde er lauten:
Doch dieser Bericht (die vorhergehenden Zeilen des Rätsels) soll dich nicht täuschen (in die Irre führen).

Es ist eine nicht mehr sehr gebräuchliche Art, einen Wunsch auszudrücken.
Schnelles Google-Beispiel: "Dich hol' der Teufel":
http://www.google.at/search?hl=de&safe= ... ehkPWy_Els
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Re: Rätsel Nr. 1035 (Bin eine Jungfrau hold und fein)

Beitragvon Quadwo » 12.07.2012 14:20

Otto hat geschrieben:Versuchen wir einen Neuanfang.

Das Lösungswort ist ein Homonym (das sagt Brentano selbst), hat also zwei Bedeutungen (das wurde bisher in keinem Lösungsvorschlag wirklich berücksichtigt). Eigentlich sollten beide Bedeutungen in dem Rätsel umschrieben sein, das Rätsel ist also in zwei Teile zu zerlegen. Ich sehe dazu nur eine Möglichkeit:

Bin eine Jungfrau hold und fein,
-> 1. Bedeutung

Und Ich hab nach alten Sagen
Den höchsten Gott als Kindelein
In meinem Schoß getragen.
-> 2. Bedeutung
...
"Die Mutter Gottes bin ich nicht." -- Das soll wohl eine Zweitlösung ausschließen. Gibt es also zwei passende Homonyme?


Ich habe eine Lösung ausgetüftelt, allerdings ist es womöglich diese "Zweitlösung" die man ausschließen soll...

Lösung oder Tipp: Anzeigen
Der Stern(zeichen)

1. Bedeutung.
Hier ist das Stern(zeichen) gemeint - Das Sternbild der Jungfrau

2. Bedeutung
Und hier komme ich etwas in Konflikt mit dem Satz - "Die Mutter Gottes bin ich nicht"
Auf (zumindest den ursprünglichen (btw hier die besagte Verbindung von Ursprung-Schoß)) Bildern der Jungfrau Maria wird sie immer mit drei Sternsymbolen dargestellt.
Daher: Der Stern(als)Zeichen für die Jungfrau Maria

Noch ein Danke an Engelchen, deren post mich auf die Idee gebracht hat ;)


mfg
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Re: Rätsel Nr. 1035 (Bin eine Jungfrau hold und fein)

Beitragvon Lupiro » 12.07.2012 18:28

Das Sternzeichen Jungfrau ist eine gute Idee. Da es als Tierkreiszeichen auf der Ekliptik liegt, geht auch hin und wieder der Jupiter hindurch.
Gruß Lupiro
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