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Re: Rätsel Nr. 1022 (Was ohne mich, steht so schon fest)

BeitragVerfasst: 05.07.2012 15:57
von Engelchen
Hallo Quadwo!

Deine Lösung ist für mich nur eine winzige Kleinigkeit besser, als die Antwort Zweifel. (was ohne Frage - was ohne Zweifel - sowieso feststeht, klingt ähnlich). Und bei beiden Antworten scheitere ich an der Interpretation der zweiten Zeile.
Ich könnte etwas nicht mit einer Frage erschließen - erschließen kann man doch nur etwas z.B. durch einen Versuch, durch eine Herleitung, durch einen Beweis, ...
Für Dich ist ja die zweite Zeile klar - bitte erkläre sie mir!

LG Engelchen

Re: Rätsel Nr. 1022 (Was ohne mich, steht so schon fest)

BeitragVerfasst: 05.07.2012 22:35
von ascot
Was ohne mich, steht so schon fest,
Was mit mir, sich erschließen lässt.
Doch keine Hoffnung fern und nah,
Gilt von mir der Satz: A ist A.

Vielleicht heißt das Ende ja:
Wenn von fern und nah keine Hoffnung zu erwarten ist, dann, ja dann, gilt wenigstens der Satz: A ist A.

Vielleicht ist "A ist A" ja auch wieder ein Hinweis auf eine Art Buchstabenrätsel wie beim "verzweifelt garstigen Gesellen".

Re: Rätsel Nr. 1022 (Was ohne mich, steht so schon fest)

BeitragVerfasst: 05.07.2012 22:40
von Quadwo
@ Engelchen
Was mit mir, sich erschließen lässt. -> Was mit Frage(n), sich erschließen lässt

Bestes Beispiel: Du wusstest gerade nicht was ich meinte, du brauchtest eine Frage, um es zu erschließen...
Funke übergesprungen? ;)

...also mit Fragen, kann man schon vieles herausfinden, wie schon oben in Klammer gesetzt, passt der Plural fast noch besser als das Singular^^

Re: Rätsel Nr. 1022 (Was ohne mich, steht so schon fest)

BeitragVerfasst: 05.07.2012 22:48
von Engelchen
Nicht die Fragen sind es, die Antworten erschließen das etwas.
Na gut, ohne Fragen keine Antworten.

Re: Rätsel Nr. 1022 (Was ohne mich, steht so schon fest)

BeitragVerfasst: 05.07.2012 22:59
von Quadwo
Eben, ohne dass wir uns Fragen, wie die Antwort dieses Rätsels lautet, werden wir auch nie die Antwort erschließen ^^

Als unsicher sehe ich eben den letzten Vers an, da ich nicht der Profi mit alter Sprache bin und ich nicht weiß, ob meine Ausführungen zu den beiden letzten Zeilen, diese auch sinngemäß wiedergegeben haben.

Re: Rätsel Nr. 1022 (Was ohne mich, steht so schon fest)

BeitragVerfasst: 05.07.2012 23:03
von Otto
"Was mit mir, sich erschließen lässt. -> Was mit Frage(n), sich erschließen lässt" --

Die Antwort auf eine Frage würde ich nicht "schließen" nennen. Das Ergebnis eines logischen Schusses aus wahren Prämissen ist immer wahr; die Antwort auf eine simple Frage kann falsch sein. Brentano kannte dieses Unterschied sicher ganz genau.

Die Antwort auf die Frage "Existiert Bielefeld" ist beispielsweise in klaren NEIN, siehe http://www.bielefeldverschwoerung.de/

Was ohne mich, steht so schon fest,
Was mit mir, sich erschließen lässt.

Ist die Kommasetzung eigentlch den damaligen Regeln entsprechend oder hat sie eine tiefere Bedeutung? Hat das "so" eine bestimmte Bedeutung? Der Vers ergibt ja auch ohne "so" einen Sinn, nur das Versmaß stimmt nicht mehr.

"fest stehen" ist übrigens ein Homonym, eine Tatsache kann fest stehen, aber auch ein Gebäude, das nicht auf Sand gebaut ist.

"Erschließen" ist auch ein Homonym; Duden: 1a. zugänglich machen; 1b. auffinden und nutzbar machen; 2a. (gehoben) sich öffnen, aufbrechen; 2b. zugänglich, verständlich werden; 2c. sich jemandem offenbaren, anvertrauen; 3. durch bestimmte Schlussfolgerungen ermitteln

Da tun sich ja himmlische Abgründe auf, mein Ihr
Teufelchen

Re: Rätsel Nr. 1022 (Was ohne mich, steht so schon fest)

BeitragVerfasst: 06.07.2012 12:00
von Quadwo
Die Antwort auf eine Frage würde ich nicht "schließen" nennen. Das Ergebnis eines logischen Schusses aus wahren Prämissen ist immer wahr; die Antwort auf eine simple Frage kann falsch sein. Brentano kannte dieses Unterschied sicher ganz genau.


Nicht die Antwort, MIT den Fragen, wird auf die Antwort geschlossen. So wäre das gemeint.



Was mit Fragen, sich erschließen lässt.

"Erschließen" ist auch ein Homonym; Duden: 1a. zugänglich machen; 1b. auffinden und nutzbar machen; 2a. (gehoben) sich öffnen, aufbrechen; 2b. zugänglich, verständlich werden...


Bitte verbessert mich, aber das sehe ich eher als Beweis, dass Fragen hier perfekt passt, nicht als Widerlegung.

Re: Was ohne mich, steht so schon fest (1022)

BeitragVerfasst: 13.06.2016 23:11
von Engelchen
Tautologie hat ascot schon vor 4 (!) Jahren erwähnt, ---> hier

Re: Gedicht 1022 Was ohne mich, steht so schon fest ►gelöst◄

BeitragVerfasst: 16.10.2017 23:39
von Helmut H
Irgendwie scheitert alles an dem A ist A, das dann überdies auch noch (nur) in hoffnungslosen Fällen gelten soll.
Ich würde sagen, das A ist hier lediglich neben dem üblichen "ich" ein weiterer Platzhalter für das Lösungswort.
Dann gibt es nämlich ein ganz simples Wort, mit dem das Rätsel aufgeht: hin.
Eingesetzt:

Was "ohnehin", steht so schon fest,
Was "mithin", sich erschließen lässt.
Doch keine Hoffnung fern und nah
Gilt der Satz: "hin ist hin".

Die beiden Wörter und die Redewendung werden genau in den im Rätsel genannten Zusammenhängen verwendet.

Re: Gedicht 1022 Was ohne mich, steht so schon fest ►gelöst◄

BeitragVerfasst: 17.10.2017 08:51
von Beaker
Glückwunsch an Helmut H
Es ist eine Leistung, bei irrtümlich als "gelöst" gekennzeichnete Rätseln, die richtige Lösung zu finden.
Zum einen enthält die Lösung "hin" den von Brentano gewohnten Wortwitz, zum anderen passt sie zu allen drei Aussagen des Rätsels.
Bei der Lösung "Tautologie" war das meines Erachtens nicht der Fall.