Vielleicht hat kein Rätsel der ganzen Sammlung mehr Heiterkeit erregt oder
wurde als unterhaltsamer empfunden als das des Wirtes der »Tabard«, der die
Gruppe den ganzen Weg über begleitete. Er rief die Pilger zusammen und sprach
wie folgt: »Meine lustigen Herren alle, da ich nun an der Reihe bin, euren
Verstand auf die Probe zu stellen, will ich euch ein kleines Kunststück
zeigen, das euren Verstand auf die Probe stellen wird. Und doch denke ich,
dass es nur eine einfache Sache ist, wenn man sich die Ausführung klar macht.
Hier ist ein Fass mit feinem Londoner Bier, und in meinen Händen halte ich
zwei Maß, eines mit fünf Pints und das andere mit drei Pints. Bitte zeige mir,
wie es mir möglich ist, ein echtes Pint in jedes der Maße zu füllen.«
Natürlich darf kein anderes Gefäß oder ein anderer Gegenstand verwendet
werden, und es ist nicht erlaubt, die Maße zu markieren. Es ist ein kniffliges
kleines Problem und ein faszinierendes Problem. Für viele Menschen ist es
keineswegs eine leichte Aufgabe. Doch es ist machbar.
Das Rätsel, das der joviale Wirt des Gasthauses »Tabard« in Southwark
vorschlug, war beliebter als jedes andere in der ganzen Sammlung. »Ich sehe,
meine lustigen Herren«, rief er, »dass ich euch mit meinem kleinen
Kunststück das Hirn verdreht habe. Dabei ist es doch ein Leichtes für mich,
ein echtes Pint feines altes Ale in jedes dieser beiden Maße zu füllen, auch
wenn das eine fünf Pints und das andere drei Pints hat, ohne irgendein
anderes Maß zu verwenden.«
Der Wirt des Gasthauses »Tabard« erklärte den Pilgern daraufhin, wie diese
scheinbar unmögliche Aufgabe zu bewältigen sei.
- Er füllte zuerst die 5-Pint-
und 3-Pint-Maße und ließ dann das Fass auslaufen, indem er den Hahn drehte –
ein Verfahren, gegen das die Gesellschaft protestierte; aber der schlaue
Mann zeigte, dass er sich bewusst war, dass das Fass nicht viel mehr als
acht Pints Bier enthielt. Der Inhalt ist jedoch für die Lösung des Rätsels
unerheblich.
- Dann schloss er den Zapfhahn und leerte das 3-Pint in das Fass;
- füllte das 3-Pint aus dem 5-Pint; leerte das 3-Pint in das Fass;
- übertrug
die zwei Pints aus dem 5-Pint in das 3-Pint;
- füllte das 5-Pint aus dem Fass,
so dass jetzt ein Pint im Fass war;
- füllte das 3-Pint aus dem 5-Pint;
- erlaubte der Gesellschaft, den Inhalt des 3-Pint zu trinken;
- füllte das
3-Pint aus dem 5-Pint, wobei ein Pint im 5-Pint verblieb;
- trank den Inhalt
des 3-Pint;
- und schöpfte schließlich ein Pint aus dem Fass in das 3-Pint.
Auf diese Weise hatte er zum großen Erstaunen der bewundernden Pilgerschar
die geforderte Menge von einem Pint Bier in jedem Maß erhalten.