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Ich sage Euch, so ein Umzug ist schon was Aufregendes
für unsereins. Schon die ganzen Vorbereitungen, plötzlich kamen alle
möglichen fremden Leute in unsere Wohnung. Die einen wollten sie renovieren,
die anderen entrümpeln, und die nächsten anmieten. Soviel Unruhe mag
ich gar nicht. Und dann kamen Leute und brachten Unmengen von Kartons,
die mein Frauchen nach und nach mit unserem ganzen Haushalt gefüllt
hat. Nicht, daß es keinen Spaß gemacht hätte, auf den wachsenden Kartonbergen
herumzuklettern und alles genau zu inspizieren, aber mir fehlte doch
meine gewohnte Ordnung. Und eines Tages kam Otto mal wieder, er und
mein Frauchen packten auch noch das letzte und allerletzte Zeug ein,
ja, auch meine Futternäpfe ("empörtzuguck"), dann verfrachteten sie
mich in meinem Transportkorb ("maunzendeinbißchenprotestier") und dann
ging es ab in's Auto und auf eine ca. elfstündige Fahrt. Unter uns,
ich habe natürlich so getan, als ob mir das alles gar nichts ausmacht,
Katze weiß ja, was sich gehört, aber ich war schon ziemlich verunsichert,
was da wohl vorging. Nun ja, auch diese Fahrt ging einmal zu Ende und
ich wurde in eine mir unbekannte Wohnung gebracht, unser neues gemeinsames
Zuhause. Puh, da gab es viel zu erkunden, denn diese Wohnung war viel
größer als unsere alte. Erstaunlicherweise fand ich ein paar mir bekannte
Dinge vor, meine Futternäpfe, mein Katzenklo und meinen Lieblings-draufrumräkel-Teppich
z.B., aber ansonsten war noch alles ganz fremd. Und ich hab mich gefragt,
ob meine Menschen wirklich auf Dauer so ganz ohne Möbel leben wollten.
Aber diese Frage hat sich erledigt, als die Leute von der Spedition
kamen und fast alle unsere alten Möbel brachten. Hah, endlich wieder
einige bekannte Gerüche ("schnurr"). Langsam wurde es wohnlich und
als ich auch einen neuen Kratzbaum bekam, mit Höhle zum verstecken,
war ich schon richtig zufrieden. Und mein neues Herrchen hat mir in
vielen Räumen Katzentreppen gebaut, damit ich auch auf die hohen Schränke
hinaufkomme. Das ist doch wirklich toll. Aber stellt Euch vor, es gibt
doch tatsächlich jemanden, der was dagegen hat, daß ich hier eingezogen
bin. In der Nachbarwohnung lebt nämlich ein Kater (Donald) und der
kommt öfter mal über's Dach zu uns rübergetigert und versucht mir einzureden,
daß das sein Revier wäre. Von wegen ("empörtmaunz")! Diese Wohnung
hier haben jetzt ich und meine Menschen in Besitz genommen. Und ich
verteidige meinen Besitz mit Zähnen und Krallen, wenn es sein muß.
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