Aphorismen, Zitate, Weisheiten, Sprüche
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geb. 1952, Lyrik, Prosa, Aphorismen, freie journalistische Arbeit, Eventmanagement
Wenn Chaos Gottes eigen-sinniger, unergründlicher Wille ist - Ist Ordnung dann vielleicht Gottes menschenfreundliche Zugeständnis an unseren kleinen Verstand? (7)
Im Gewordenen liegen die Erfahrungen deiner Vergangenheit.
Im Werden liegen die Chancen deiner Zukunft.
Im Sein liegt deine Ewigkeit. (18)
Über "ZEIT" sollten wir ernsthaft nachdenken, wenn es uns wahrhaft als möglich erscheint, dass die Unendlichkeit nur im Plural zu fassen ist. (30)
Lüge – du bist nicht der Gegenpart der Wahrheit, sondern nur ihre Variante von Blindheit, Irren und Angst. (53)
Willst du dich schädigen, nimm Schlaftabletten ein. Denn sie werden das träumende Selbst daran hindern, mit dem Körper nachts eine Einheit zu sein! (73)
So lange Leben noch stirbt, ist Leben noch nicht als Leben geboren, sondern treibt als Dämmerfötus in den Grenzen der Raumzeit. (108)
Wen das Brummen einer Fliege noch stört, hat bei seiner Meditation noch nicht das Brummen von zwei Fliegen in verschiedenen Ecken eines Zimmers gleichzeitig gehört. (105)
Der Tod stirbt dann, wenn das Leben so lebendig geworden ist, dass seine Vitalität sich nicht mehr erschöpft. Der Tod stirbt dann, wenn wir die Gottesdurchdringung im Herzen erfahren. (109)
Launen sind Nebelzustände des sich noch nicht formulierenden Ich. Launen sind Gefühlswahrheiten im Dunkel des Höheren Selbst. Launen sind Seelenäußerungen zwischen Depression und Ekstase. (114)
Ich teile mit Milliarden von Menschen die Erde, aber mit niemandem meine Einzigartigkeit. (115)
Dem Namenlosen geben wir Namen, den Göttern eignen wir Eigenschaften zu, den fernen Welten verordnen wir unsere Gesetze, doch uns selbst kennen wir nicht! (154)
Bewusstsein schafft Formen und spielt mit den Atomen Wälder und Wüsten. Bewusstsein schafft Sein und spielt mit den Elementen Fleisch und Blut. Bewusstsein schafft Traum, der uns die höhere Wirklichkeit vergessen ließ. Bewusstsein schafft dein Spannungsfeld, das dich vom Mensch zum Gott erheben kann. (159)
Künstlerisches Vermögen ist der fragile Schwebezustand zwischen nachhaltiger Veredelung und Degeneration bis an die Todesgrenze. (162)
Manager sind die Kardinäle eines sozial fehlgeleiteten Kapitalismus. (179)
Ich bin noch immer ich, aber mehr als je zuvor und werde, wenn ich sterbe, ein noch größeres Ich sein. Vielleicht einmal so groß, dass ich dann jedes Du geworden bin. (182)
Wenn das Wort, schärfer ist als ein Schwert, ist ein Satz dann potenter als ein Heer? Und sind Seiten weiser Sätze dann gefahrvoller als entfesseltes Atom? Wenn das Wort aber nur ein Schatten ist vom wahren Gefühl, ist das wahre Gefühl, dann nur ein Schatten einer ersten Idee? Fühlte sich die Idee ins Sein oder dachte sich das Sein ins Gefühl und schuf dabei das Wort, das stärker ist als ein Schwert? (183)
Jene Art von Dummheit, die sich kaum zum Narren halten lässt, wird im allgemeinen Intelligenz genannt. Sie scheint so etwas Endgültiges und Unverrückbares für ihren Träger zu haben, dass er sich stolz als ihr Besitzer fühlt. Da sie sich aber eben nicht zum Narren halten lässt, fehlt ihr leider auch der Humor und hat auch nichts zu lachen und ist halt jene Art von Dummheit, die... (188)
Nicht die Atomwaffen der Mächtigen bedrohen unser Leben, sondern ihre nicht gelebte Freude. Nicht die Chemiewaffen der Nationen gefährden unser Sein, sondern ihre nicht gelebte Sanftheit. Nicht Viren und Bakterien der Diktatoren werden töten, sondern tödlich ist die nicht gelebte Liebe. (295)
Reicher Konsum heuchelt uns eine Qualität des Wohlergehens vor, doch führt sie uns vielleicht in die Sattheit des Verderbens. (296)
Wenn Du dich jetzt auf der Höhe deines Verstandes glaubst, hast du keine Vorstellung von der Tiefe deines Nichtwissens. (324)
Wenn du dich schon wieder unverstanden fühlst, tröste dich damit, dass ein umfassendes Verstehen deiner selbst den Nächsten immer überfordern muss. (326)
Wenn du deinen Gott verloren hast und die alten Werte dir nichts mehr bedeuten, dann schaff dir einen neuen Gott, der alles ist und alles kann und dir so sehr vertraut, dass er die Verantwortung für all dein Tun vertrauensvoll in dein eignes Urteil legt! (327)
Wenn du unzufrieden mit dir selber bist, schau in die Augen derer, die sich selbst nicht lieben können. Und schon siehst du dich im neuen Lichte. (328)
Wenn du hungrig nach Erfahrung bist, dann werde still und höre, wie die Erfahrung deiner eigenen Stille dich in ungeahnte innere Abenteuer führt. (329)
Wenn du mit deinem Partner haderst, dann schau in den Spiegel und sieh durch seine Augen einmal neu dein eigenes Sein. (331)
Jeder lebende Mensch birgt in sich ein Merkmal von Erhabenheit und Größe. Hast du diese Schönheit in deinem Partner, deinen Kindern schon entdeckt? (352)
Den Schwachen zu tadeln heißt, seine Schwäche zu stärken! (361)
Nur wenige Augenblicke sind mir in meinem Leben gnadenvoll vergönnt, in dem ich Wesentliches vom Unwesentlichen in der Schärfe aller Klarheit vollbewusst zu unterscheiden vermag. (365)
Der Weise weist das Machtgelüst als für ihn unverdaulich ab und nährt sich lieber mit Bescheidenheit. (373)
Wenn nur dein Kopf denkt, bleibt das Ideenhafte kalt. Wenn nur dein Herz fühlt, verbrennen die Gefühle sinnerfülltes Handeln. Doch wenn dein Kopf fühlt und du dein Herz ein wenig denken lässt, vermischen sich Kälte und Hitze zu einer wohligen Temperatur des Wohlergehens. (374)
Wer jemanden in seinem Weg zur höherer Erkenntnis fördern will, sollte ihm niemals in Missachtung auch kleiner Leistungen je begegnen. (375)
Es gibt Menschen, die sich lange Zeiten nur in Meditationen versenken. Dann gibt es Menschen, die unentwegt Gebete oder Mantrams murmeln. Auch gibt es Menschen, die stundenlang die Kirchen und die Tempel füllen... Doch gibt es auch noch Menschen, die einfach da sind – wenn der Nächste sie so dringend braucht. Vielleicht sind diese Menschen dem Himmel in so mancher Stunde näher. (380)
Nur derjenige kann sich in sich selbst verlieren, der sich bisher noch nicht gefunden hat. Denn hab ich mich gefunden, dann kenne ich den eigenen Weg zu mir und brauch mich nicht mehr zu verirren. (381)
Das Wesen der Dinge lag einst in ihrem Namen, den die Menschen ihm gaben. Der Name war Same, war Keim und war Botschaft, die sich im Laufe der Zeiten verlor. So sprechen die Namen der Dinge heute nicht immer vom wahren Wesen, was einst sie gewesen. (388)
Optimisten sind Menschen, die den ärgsten Pessimisten fröhlich singend ertragen können. (426)
Mit großem Freiheitsdrang hast du dich aus deiner engen Partnerschaft gekämpft und kerkerst dich nun ohne Not in große Einsamkeit. (427)
Eine Ironie der Weltenweisheit ist es, dass die Intellektuellen der Erde oftmals so haarscharf an ihrer Intelligenz vorbeidenken. (439)
Was das Äußere dir entgegenschleudert, darfst du ruhig „Schicksal“ nennen. Das Wurfgeschoss, mit dem du es verändern könntest, kommt aus deinem eigenen Inneren und ist nichts als reiner Wille. (446)
Der Himmel deines Bewusstseins öffnet sich meist nur, wenn es um deine kleinen Wünsche geht. (453)
Mit technischer Finesse baust du an deiner Partnerschaft. Mit merkantilem Überschwang sicherst du dein Alter ab. Doch in der Tumbheit deines Seins vergisst du glatt, im Hier und Jetzt zu leben. (460)
Früher wurde die Welt mit Feuer und Schwert erobert; heute erobert man sie am schnellsten mit Warentermingeschäften. Die Chance zum Siegen und Verlieren ist so ziemlich gleich geblieben. (467)
Die politischen Diktatoren der Welt erkaufen sich ihre Macht durch Unterdrückung. Die wirtschaftlichen Diktatoren der Welt unterdrücken ihr Volk durch die Käuflichkeit. (474)
Kreative Menschen denken in Bildern und zaubern durch ihre Imaginationen Kunst und Kultur in das Wachsen der Menschheit. (477)
Nietzsches „Gott ist tot“ ist deine Auferstehung, weil du nun – vollverantwortlich – dich selbst jetzt umgestalten darfst. (531)
Wenn deine ausgebuffte Rhetorik so in die Dialektik übergeht, dass keiner mehr etwas versteht, dürfen deine Argumente ruhig auch ein wenig irre sein. (534)
Ultraradikal gehst du in Gedanken gegen deine Feinde vor. Und wenn du ihnen dann begegnest, bewegen deine Lippen kleine feige Freundlichkeiten. (542)
Tapfer glaubst du an dein Gutsein, weil eine kleine Spende, die keine Not dich kostete, ein Zeugnis für dich ist, dass du im Privileg des Gebenden jetzt lebst. (547)
Manche Menschen suchen sich selbst, ohne zu wissen, wen sie denn da wo suchen sollen. (552)
Walnussernte im März und Krokusblüte im November - könnte es sein, dass auf der Erde etwas schiefgelaufen ist? (614)
Wer lieber an andere denkt als an sich selbst, sollte daran denken, dass die Geschiedenheit vom anderen nur die Maja der begrenzten Erdenwirklichkeit ist. (744)
Wer nur an sich selber denkt, statt an den Nächsten, der sollte daran denken, dass er sich selbst im Nächsten vernachlässigt. (747)
Wer bedingungslos lieben lernen will, muss zuvor das Feuer des Hasses in aller Glut durchschritten haben. (750)
Ist unsere Zeit das Finale der „Schönen neuen Welt“? Dann frage ich im Ernst: Bist du noch echt, oder bist du schon ein Klon? (813)
Alle Möglichkeiten verbleiben Dunkel,
wenn du sie nicht bewusst in die Helle ziehst.
Alle Wahrheit bleibt nur Funke,
wenn du sie nicht umsetzt, lebst und auch liebst.
(419)
Verrat
übst du an dir selbst
wenn du dein inneres Wissen
billig gegen deinen äußeren Intellekt missbrauchst.
(437)
Der Raum diktiert die Zeit
Die Zeit diktiert das Verstehen
Das Verstehen diktiert den Fortschritt
Der Fortschritt diktiert den Konsum
Der Konsum diktiert die Abhängigkeit
Die Abhängigkeit diktiert die Schwächung
Die Schwächung diktiert den Niedergang
Der Niedergang diktiert den Zerfall
Der Zerfall diktiert den Tod
Der Tod diktiert das Leben
Das Leben diktiert den Raum
Der Raum diktiert die Zeit
(807)
Wird jedes Wesen
Nicht von seinem Gott erfahren?
Erfährt nicht jedes
Wesen seines Gottes eigenes Wort?
Will jedes Wesen
Nicht seine Bürde
auf den eignen Gott
in seinem Herzen voll entladen,
und nimmt nicht jeder Gott
durch seine Liebe diese Bürde fort?
(851)
Manche Politiker sind Menschen, die so schamlos lügen können, dass ihr fester Glaube an die Wahrheit der eigenen Worte nicht einmal zarte Röte auf ihre Wangen treibt. (193)
Kinder sind werdende Götter, sofern die verhinderten Götter, die nun erwachsen sind, je jemals ernsthaft göttlich werden lassen. (194)
Manche Präsidenten könnten Weise sein, wenn sie ihre ungeheure Machtfülle so geschickt benutzen würden, dass sie sie niemals anzuwenden bräuchten. (200)
Manche Lehrer sind Menschen, die Weisheit mit Intellektualismus verwechseln, Pädagogik mit Penetranz, und fest davon überzeugt sind, den Unterschied zwischen all dem auch noch klar zu erkennen. (205)
Manche Wissenschaftler sind Menschen, die ihre Lehrformel nach kurzer Zeit selbst zur Leerformel erklären. (211)
Manche Heiratswillige sind Menschen, die in unverbrüchlicher Naivität daran glauben, dass Mann und Frau irgendwie zusammenpassen. (215)
Manche Erfinder sind Menschen, die Dinge erfinden, die niemand braucht und die auch niemand jemals haben wollte. (219)
Manche Quasselstrippen sind Menschen, die mit leeren Wortgeschossen verheerender sind als alle Armeen der Welt. (222)
Manche Affen sind Menschen, die statt Fell protokollwidrig frech einen Anzug tragen. (231)
Manche Ehefrauen sind Menschen, die ihren eigenen Ehemann am liebsten zur besten Freundin umarbeiten würden. (232)
Manche Ehemänner sind Menschen, die ihren treuesten Zechkumpan am besten gleich geehelicht hätten. (233)
Manche Mütter sind Menschen, deren Kinder im Zoo eine vermutlich natürlichere Erziehung bekämen als unter der Fuchtel der Gesellschaftsnorm. (235)
Manche Touristen sind Menschen, die nach ihrem Urlaub nichts brauchen als Ferien und Ruhe. (245)
Manche Edle sind Menschen, die ihre Edelmütigkeit ausschließlich vor laufenden Kameras in den Blick der Öffentlichkeit rücken. (258)
Manche Verrückte sind Menschen, die sich außerhalb geschlossener Anstalten als absolut normale Durchschnittsbürger gebärden. (259)
Christa Schyboll hat keine eigene Web-Site, aber eine Google-Suche führt zu vielen Seiten mit Aphorismen und Gedichten von ihr:
http://www.google.com/search?hl=de&ie=UTF-8&q=Christa+Schyboll&lr=