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Rätselgedichte, Rätselreime, Worträtsel

Nr. 1044 (Franz Brentano)

Homonym

Ist es die Karte, muss man frisch beginnen.
Ist es die Hand, so hilft kein weitres Minnen.
Ist es der Becher, wohnt der Tod darinnen.
Ist es die Schuld, so zieht man leicht von hinnen.

Lösung [anzeigen]

vergeben

Anmerkungen

Uns ist unklar, wie der Becher zu interpretieren ist. Zwei Möglichkeiten:

a) Im Talmud wird berichtet, dass dem Verurteilten unmittelbar vor der Hinrichtung ein Becher berauschenden Weines zum Trinken gereicht wurde, damit er den Schmerz nicht so sehr empfinde. Die Richter selbst mussten am Tage des Vollzuges des Todesurteils fasten (b. Sanh. 63a).

b) In der Antike war die Vollstreckung eines Todesurteils durch einen Giftbecher üblich; vor allem in der gehobenen Gesellschaft. Dabei wurde meist Schierling verwendet. Bekanntestes Opfer des Schierlingsbechers ist der Philosoph Sokrates, der wegen "Gotteslästerung" zum Tode verurteilt wurde.

Brentano hat keine Lösungen veröffentlicht; die Lösung "vergeben" hat Emma gefunden.

Verweise

Homonyme, Franz Brentano