Nr. 368 (Franz Brentano)
Im ersten Lenz entsprossen,
Aus kleiner Wurzel schlank hervorgeschossen,
Von Duft und Tau begossen,
Entflieh ich, wenn der Sommer sich geschlossen.
Den Mönchs- und Nonnenklöstern bin ich Feind,
Nur halb und halb den Kapuzinern Freund.
Vormals der Freiheit Zeichen,
Wird jetzt mir oft ein hartes Los zu eigen,
Denn ach! von schönen Händen
Gefesselt, seh ich meine Freiheit enden.
Und wenn mir eine je die Freiheit schenkt,
So ist in Leid ihr junges Herz versenkt.
Zum Schlusse nur noch eins: es fasst in mir
Den schönsten Stein der größte Juwelier.
(unbekannt)
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